Vom Spaß zum Traumberuf Fußballprofi

Auf dem Weg für die Fußball-Karriere - Almir Kasumovic ist sportliches Vorbild. (Foto: G. Gosewisch)

Almir Kasumovic macht beeindruckende Karriere

Langenhagen (gg). Er ist in Langenhagen zu Hause: Almir Kasumovic ist Schüler am Gymnasium in der 12. Klasse. Dort gibt es kaum jemanden, der ihn nicht kennt. „Klar, der spielt bei Hannover 96 in der U19, hat einen Spielervertrag“, hört man dort. Großes sportliches Vorbild ist er für alle Jungs, die sich für Fußball interessieren oder selber aktiv sind. „Seine Karriere, seine sportliche Leistung – darüber wird nicht viel geredet und doch sind alle sehr beeindruckt“, sagen seine Mitschüler, aber mehr ist nicht raus zu bekommen. Grund genug für das ECHO einmal genauer bei Almir Kasumovic nachzufragen. Wie ist ihm das gelungen, wovon jeder Fußball-Junge träumt? Wie hat seine Karriere angefangen und wie geht sie weiter?
„Ich bin auf genau dem Etappenziel, das ich in meiner Zielsetzung habe, weitere Etappen werden folgen“, so die Auskunft des 17-Jährigen, die fast wie eine Ansage klingt. Angefangen auf dem Fußball-Platz hat er als Kind beim SCL, verbrachte Jugendjahre beim TSV Isernhagen und bei Sparta Langenhagen, wo er in der D-Jugend bei Leistungssichtungen auffiel.
Über Selbstdisziplin führt der Weg vom Spaß zum Traumberuf, davon ist er überzeugt und erklärt es auch: „Schon früh habe ich mir Gedanken gemacht, was ich aus dem Spaß am Fussballspielen machen kann und selber daran gearbeitet, dass sich mein Traum vom Profifußball erfüllt.“ Einfluss auf seine Einstellung habe die Lebenserfahrung seiner Mutter, die in den 90er Jahren aus dem Bosnienkrieg nach Deutschland flüchtete und mit dem so genannten „Nichts“ anfing. Immer gegenwärtig sei das Bemühen, etwas zu erreichen, erfolgreich zu sein und Karriere zu machen, sagt er und weiter: „Mein Ziel ist mir ganz klar und das ist, mit dem Fußball-Spielen Geld zu verdienen. Um das zu erreichen, habe ich mehr trainiert als andere. Nur Talent zu haben, reicht nicht. Ich wollte der Beste sein und um der Beste der Mannschaft zu sein, dachte ich mir, muss ich besser trainieren als alle anderen.“
Er machte täglich für sich allein zwei bis drei Stunden „Eigentraining“. Das heimische Treppenhaus musste für Konditionsübungen herhalten, auf dem Bolzplatz übte er Balltechnik und vieles mehr, ohne konkrete Traineranleitung, wie er sagt. Seine Strategie ging auf, er sprintet die hundert Meter in 11:09 sec.und fällt nach wie vor mit seiner Schnelligkeit am Ball auf. „Mehr zu machen, wird belohnt“, sagt Kasumovic zu seinem Start bei Hannover 96 in der U14 und dem Leistungserfolg in der U16. Für die U17 hatte Hannover 96 mit ihm einen Jahresvertrag abgeschlossen. Es folgte der aktuelle Spielervertrag für die U19, der ihm noch bis zum Jahr 2014 Einkünfte sichert.
Doch wie geht es weiter? Was hatte es mit den Gerüchten um einen möglichen internationalen Transfer zu Chelsea oder Arsenal London auf sich? Kasumovic bestätigt: „Ja, das war im Gespräch, doch in Abstimmung mit meiner Mutter habe ich mich dazu entschieden, erst noch Abitur zu machen. Mit 16 nach England zu gehen, wäre für mich zu früh gewesen. Ich hoffe auf eine weitere spätere Chance.“ Trainer Hartmut Herold traut Kasumovic ein Aufrücken in den erweiterten 96-Bundesliga-Kader von Mirco Slomka zu, lässt den 17-Jährigen in der U23 auflaufen. „Ich will beweisen, was ich kann“, ergänzt Kasumovic. Auf die Frage, ob er Nervosität kennt, ergänzt er: „Wenn es gegen Bessere geht, bin ich nervös. Ich muss lernen, das als positiv zu empfinden, denn die Nervosität ist wohl auch nötig, um Top-Leistung abzurufen.“ Überhaupt sei in Sachen Psyche, noch einiges zu tun. „Quälend“ sei für ihn die Situation, auf der Bank zu sitzen: „Die Enttäuschung ist unendlich groß und ich mache mir viele Gedanken um mich. Das geht vielen so und daran scheitern die meisten.“ Die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen, daran will er arbeiten und mehr für seinen Körper tun, um die Entwicklung aus dem Jugendbereich heraus zu schaffen. Ein Nebeneffekt dabei sei letztlich auch, dass eine Top-Fitness vor Verletzungen schützt. Schwere hat er noch nie gehabt, das soll auch so bleiben.
Dass die Welt des Fussballs ihn rund um die Uhr beschäftigt, räumt der 17-Jährige ganz klar ein und natürlich auch, dass er nach wichtigen Spielen am Wochenende, am Montag oft genug müde in den Schulalltag eintaucht. Bestens sind die schulischen Leistungen nicht, daher will er ein Schuljahr wiederholen und für das Abitur bessere Noten sammeln; wenn es sein muss, aufgrund der Fächerkombination, auch auf einer anderen Schule in Hannover, trotzdem ihm sein Freundeskreis in Langenhagen sehr wichtig ist.