Vor 90 Jahren

Die Vorstandmitglieder präsentieren die neue Fahne (von links): Hermann Brandt, Michael Freiberg, Marion Helwig und Klaus Nagler. (Foto: K. Raap)

Schützenverein Langenforth feiert Jubiläum

Langenhagen (kr). Im vergangenen Jahr feierte die Damenabteilung des SV Langenforth ihr 50-jähriges Jubiläum, im Jahr 2012 kann der Gesamtverein auf ein 90-jähriges Bestehen zurückblicken. Und dieser Verein ist vorbildlich aufgestellt. Mit 224 Migliedern stellen die Langenforther den größten Kernstadtverein. Die Schießsportanlage an der Emil-Berliner-Allee 30 weist erstaunliche Dimensionen auf. Sie ist eine der größten gemeinnützigen Schießsportanlagen Niedersachsens. Für Wettbewerbe stehen 12 Schießstände für 50 Meter, 12 Stände für 100 Meter, 24 Pistolenstände mit vier Duellanlagen sowie eine Halle für Luftdruckwettbewerbe mit 19 Ständen zur Verfügung. Trainingsmöglichkeiten bestehen für Luft-, Kleinkalibergewehre, Vorderlader sowie für Pistole und Revolver. Kinder unter 12 Jahren können bereits mit der Lichtpunktanlage üben. Auf dem insgesamt 12.000 Quadratmeter großen Gelände steht auch das schmucke Schützenhaus. Dessen großzügige Räumlichkeiten werden auch von anderen Vereinen gerne genutzt. Der Pächter ist Volker Krause.
Dass sich die gesamte Anlage permanent in einem tadelsfreien Zustand befindet, ist der weitsichtigen Vereinspolitk des Vorstands zu verdanken. Dem geschäftsführenden Gremium gehören der 1. Vorsitzende Michael Freiberg, seine beiden Stellvertreter Klaus Nagler und Hermann Brandt sowie die Schatzmeisterin Marion Helwig an. Im erweiterten Gremium sind Damenleiterin Claudia Freiberg, Festleiter Uwe Kaché, Schriftführerin Marlies Franz, Schießsportleiter Hans-Jürgen Henjes und die Jugendleiter Inge Kaché und Jürgen Tietz aktiv. Natürlich ist auch das persönliche Engagement von weiteren Mitgliedern ein Aktivposten.
Für die Verantwortlichen ist es klar, notwendige Reparaturen oder sinnvolle Erweiterungen nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern möglichst schnell anzupacken. Stellvertretend einige Beispiele: Neues Dach des Schützenhauses, später ergänzt durch zusätzlicheWärmedämmung, neuer Anstrich der Heizkörper, diverse Schalldämmungen und Energiesparmaßnahmen, Instandsetzung des Biergartenzauns und die Erneuerung der Zuganlagen auf den 100-Meter-Ständen. Investiert wurde natürlich auch in das tolle "50-Jährige" der Damen, als über 150 Gäste mitfeierten. Das Konzept des Vorstands ging auf: Heute trainieren 14 Gastvereine regelmäßig in Langenforth, und die attraktive Anlage wird immer wieder für Austragungen von Wettkämpfen und Meisterschaften ausgewählt.
Das Schützenhaus müsste eigentlich Horst Otto Wilke-Haus heißen, benannt nach dem unvergessenen ehemaligen 1. Vorsitzenden und Oberschützenmeister. "HOW", ein unermüdlicher Arbeiter, der ungemein viel initiierte und auch realisierte. Auch in der Schützen-Gemeinschaft galt er als starker Motor. Er kämpfte auch unverdrossen für den Erhalt der Selbstständigkeit Langenhagens. Unvergessen seine feuchtfröhlichen Grenzbegehungen unter dem Motto "Dat is allet use, dat blivt allet use". Der Verein wurde 1922 gegründet, und da war vor allem Eigeninitiative gefragt, denn das Geld war knapp. Diskutiert und gefeiert wurde damals viele Jahre lang im Zollkrug. 1. Vorsitzender nach Wiederbelebung des Vereinslebens nach dem 2. Weltkrieg wurde 1951 für 21 Jahre lang Otto Hartmann. Für Nachfolger "HOW" war das Schützenwesen der Lebensinhalt. Er prägte den SV Langenforth in ganz besonderer Weise. Die nächsten Vorsitzenden, Erich Rudolph und Knut Helwig arbeiteten in seinem Sinne weiter. Als Helwig 1993 zum Sportringpräsidenten gewählt wurde, empfahl er Michaela Henjes als 1. Vorsitzende. Sie war in Langenhagen die erste Frau an der Spitze eines Sportvereins. Die Juristin übte ihr Amt mit sehr viel Umsicht aus und wurde auch in die Führungsriegen übergeordneter Gremien geholt, Wegen der ständigen Doppelbelastung, natürlich vor allem auch die im Beruf, legte sie ihr Amt 2004 nieder. Seitdem steht Michael Freiberg an der Spitze des SV Langenforth.
Kürzlich wurde übrigens die neue Fahne aus einem Spezialwerk in Bayern abgeholt. Der Grund: Die alte 1953 feierlich geweihte Fahne ließ sich nach 60-jährigem Einsatz nicht mehr reparieren. Die neue Fahne, ebenso gestaltet wie die alte, hat beim Jubiläumsfest ihre Premiere. Die Inschrift "Scharfes Auge, guter Schuss und die Hand zum Brudergruß" könnte man als Leitfaden des Vereins bezeichnen. Nicht zu vergessen in diesem Rückblick die unzähligen schießsportlichen Erfolge. Ihre Aufzählung würde viele Seiten füllen. Stellvertretend für die stolze Erfolgsbilanz stehen die Namen Ulrich Kwade und Rainer Hornig. Sie holten tolle Platzierungen bei deutschen und europäischen Meisterschaften und auch bei Weltmeisterschaften.