Vor der Vergessenheit gerettet

Bürgermeister Mirko Heuer (links) würdigte Horst Körber für sein Engagement. (Foto: A. Stegmaier)

Horst Körber bringt "Langenhagener Flurnamenlexikon" auf den Weg

Langenhagen. Auch wenn die große Übergabe des Lexikons im Rathaus auf Grund der Corona-Einschränkungen nur in einem kleinen Rahmen erfolgte, würdigte Bürgermeister Heuer den hervorragenden ehrenamtlichen Einsatz von Horst Körber für die Stadt Langenhagen und deren Geschichte.
Bereits seit Ende der 80er Jahre betreute Horst Körber als ehrenamtlicher Mitarbeiter die Kartenabteilung des Langenhagener Archivs. Er verzeichnete, ordnete und beschriftete Karten. Dank seinem großen Engagement verfügt Langenhagen heutzutage über einen beachtlichen Kartenbestand.
Seine zweite Leidenschaft ist die Flurnamenforschung. Jahrelang war er unermüdlich dabei, alle Flurnamen, die im heutigen Stadtgebiet zu finden sind, zu notieren, zu erklären sowie alle Veränderungen zu dokumentieren.
Als Ergebnis der jahrzehntelangen Arbeit von Horst Körber ist der „Langenhagener Flurnamenlexikon“ entstanden. Präzise und wissenschaftlich genau wurden dort unzählig viele Namen erklärt und beschrieben. Es gliedert sich in die alphabetische Flurnamenerklärung, die Flurnamennachweise und in eine millimetergenau erstellte Karte.
1982 wollte der Landkreis Hannover für sein Kreisgebiet eine Flurnamensammlung erstellen, aber bereits 1997, nachdem nur 16 von 50 Teilkarten gefertigt waren, wurde das Projekt beendet. Horst Körber nahm sich dieser Aufgabe für Langenhagen an. Er wertete Erbregister, Amts- und Grenzbeschreibungen, Verkopplungsrezesse und Karten aus den Landes- und Kreisarchiven aus. Mehr als 3.500 Namen in den unterschiedlichsten Schreibweisen wurden gesammelt und interpretiert.
Um ein paar Beispiele zu nennen: Die Gemeinde Brink kommt auf 65 Flurnamen, von denen - ohne die großartige Fleißarbeit von Horst Körber – 52 davon in Vergessenheit geraten würden, weil sie heute nicht mehr verwendet werden.
„Verschwundene Namen sind wichtig“, sagt die Leiterin des Stadtarchivs Heike Brück-Winkelmann. Sie verweisen auf Änderungen: den Heitlinger Kirchenweg gibt es nicht mehr, denn die Heitlinger gehören nicht mehr zum Kirchspiel Engelbostel. Am Lienkamp wird kein Flachs mehr angebaut, um Leinen zu weben und auf den Schoppenwiesen wächst und wuchs kein Wein, sondern wurden Schafe (schoop) geweidet.