"Vor vollendete Tatsachen gestellt"

Sind beim nächsten Mal definitiv nicht mehr dabei: Dieter Palm (von links), Roswitha Barke, Bärbel Reinhard, Wilfried Ohlendorf und Christa Röder. (Foto: O. Krebs)

Potenzielle Mitglieder springen vor Neuwahl des Seniorenbeirates ab

Langenhagen (ok). Viel Porzellan, das nicht mehr zu kitten ist, scheint zerschlagen worden zu sein. Acht potenzielle Mitglieder des Seniorenbeirates, der am 18. Januar per Delegiertenwahl gesucht wird, sind unter diesen Umständen nicht zur Kandidatur bereit. Fünf unter ihnen gehören dem derzeit noch amtierenden Gremium an. So gab es nach Aussage Dieter Palms niemals eine "ausgestreckte Hand", wie sie der CDU-Fraktionschef Reinhard Grabowsky in der jüngsten Ratssitzung angedeutet hat. Vielmehr sei von der Kompromisslösung, in zwei Jahren zu einer Urwahl zurückzukehren, jetzt keine Rede mehr. In einem Brief an Bürgermeister Mirko Heuer macht Dieter Palm seinem Unmut Luft. Er möchte nicht Mitglied eines zukünftigen Beirats sein, der durch einen sich selbst erhöhenden Rat zustande gekommen ist. Ein Rat, der sich selbstgefällig als Souverän betitle und einem Viertel der Bevölkerung das Stimmrecht versage. Vier Mitglieder des Rates der Stadt sollen satzungsgerecht im bisherigen Beirat implantiert werden, um Einfluss zu nehmen. Wenn auch erst einmal ohne Stimmrecht. Die Möglichkeit der Teilnahme habe es schon immer gegeben. Das ist für Dieter Palm Gutsherrenart, die er nicht akzeptieren kann. Elke Zach (SPD) nimmt Stellung und sagt eine Briefwahl habe es sowohl für den Beirat für Menschen mit Behinderung als auch für den Integrationsbeirat nicht gegeben.Bei beiden sei eine Gründungsversammlung gelaufen. Der Wahlaufruf sei ausschließlich über Pressemitteilungen, nicht aber durch Anschreiben der Wahlberechtigten erfolgt.
Die Noch-Vorsitzende Christa Röder, die ebenfalls nicht mehr antreten wird, ist entsetzt von der Unkenntnis. So könne das neue Gremium nicht mehr im Landesseniorenrat vertreten sein, weil es per Delegiertenwahl bestimmnt worden sei. Das spiele für die Politiker aber anscheinend keine Rolle. Dabei spiele das Netzwerk eine große Rolle, auch wenn der Seniorenbeirat letztendlich nur für Langenhagan zuständig sei. Auf der anderen Seite sei "der Honig nur so runtergeflossen" bei den vielen Lobeshymnen der Politiker. Die Argumente der Unverhältnismäßigkeit der Kosten bei einer Urwahl für nur elf Mitglieder sind für Christa Röder nur vorgeschoben. Für sie und viele andere stehe jedenfalls fest, dass am 31. Oktober Schicht im Schacht ist. Aber: "Das Engagement lassen wir uns nicht nehmen", gibt sich die altgediente Politikerin bekannt kämpferisch. Es gebe noch viel zu tun, Themen wie Alltagsbegleitung, Quartiersentwicklung und Ortsteilentwicklung müssten auf den Weg gebracht werden. Alternativen zum Seniorenbeirat seien zum Beispiel ein Mitwirken in einer "Arbeitsgemeinschaft Gesundheit und Senioren" oder aber auch eine Wählergemeinschaft für Senioren, die bei der nächsten Kommunalwahl im Jahre 2021 antreten könnte.