Vorentscheid im Wettkampf der Schulen

Verwaltung will Brinker Schule zur IGS umwandeln

Langenhagen (gg). Bisweilen bizarr mutete in den vergangenen Monaten die Bewerbung der Brinker Schule und der Robert-Koch-Realschule für die Umwandlung in eine IGS an. Die stand mit einem Ratsbeschluss in Aussicht, der für Langenhagen eine solche, als die Zweite neben der bestehenden IGS, vorsieht. Hintergrund sind die anhaltend hohen Schülerzahlen, die nach der vierten Klasse an der IGS an der Konrad-Adenauer-Straße mit 170 Plätzen unterkommen wollen. In jedem Jahr müssen rund 160 Schüler abgelehnt werden. So sehr das Engagement der Schulleitungen für eine positive Ausrichtung auf den Elternwillen bei ihrer Bewerbung beeindruckte, es blieb doch immer als Umkehrschluss offensichtlich, dass das bisherige Modell Haupt- und Realschule nicht gut funktioniert. Zumindest hat sich jede Schule wohl gravierende vorteilhafte Neuerungen mit dem IGS-Status versprochen, sonst wäre vor Politik und Verwaltung das Eigenplädoyer nicht so vehement vorgetragen worden. Ob und wie die Unterrichtsqualität gesteigert wird, blieb offen. „Die Entscheidung für eine der beiden Schulen wird uns sehr schwer fallen, beide Schulen kämpfen dafür, IGS zu werden“, berichtete SPD-Ratsfrau Anja Sander nach der Ortsbegehung im vergangenen Sommer.
Nach Prüfung der baulichen Gegebenheiten samt Kostenschätzung hat die Verwaltung nun in einer Drucksache dargestellt, dass die Brinker Schule besser als die Robert-Koch-Realschule geeignet ist, zur zweiten IGS umgewandelt zu werden. Los gehen soll es bereits im Schuljahr 2014/15, ein engagiertes Ziel angesichts der geplanten Umbaumaßnahmen in Höhe von rund zwei Millionen Euro.
Die Umwandlung soll sukzessiv, beginnend mit dem 5. Jahrgang aufsteigend, erfolgen. Die Brinker Schule verfügt als (vor wenigen Jahren noch hoch gelobte) Ganztagsschule bereits über eine Mensa mit Küche und einen Freizeitbereich, was auf die Entscheidung positiv gewirkt hat.
Die Verwaltung schlägt vor, sowohl für die bestehende als auch für die neue IGS als Schulbezirk das Gebiet der Stadt Langenhagen festzulegen. Dies würde bewirken, dass auswärtige Schüler nur in Ausnahmefällen eine Langenhagener IGS besuchen könnten.
Der Vorschlag der Verwaltung zur zweiten IGS wird öffentlich in der nächsten Sitzung des Bildungsausschusses am Donnerstag, 24. Oktober, um 19 Uhr im Ratssaal diskutiert.