„Vorher sah das mager aus“

Das ist neu: In der Helene-Lange-Passage sind die Stände hintereinander platziert.
 
Blumen verkauft: Elfi Hellmuth ist bei "Blumen-Fredo" Franko Almstadt fündig geworden.

Der Neustart des Wochenmarktes in Kaltenweide gelingt

Kaltenweide. Ein bisschen hektisch ist es – normal zum Neustart. In Kaltenweide steht nämlich die Wiederbelebung des Wochenmarktes auf dem Programm. Carlos Aragues Bremer vom Marktbetreiber Deutsche Marktgilde läuft mit seinem Telefon in der Hand an den Ständen entlang. „Mir fehlt noch der Blumenhändler, dann kann es losgehen“, sagt der für den Kaltenweider Markt zuständige Leiter. Dann klingelt sein Handy, Aragues Bremer geht schnellen Schrittes zum Kaltenweider Platz, um den Blumenhändler beim Parken einzuweisen und ihm seinen vorgesehenen Standort zuzuordnen.
In den vergangenen Jahren hatte der Wochenmarkt ein eher trostloses Dasein gefristet – mit zuletzt nur zwei bis drei Ständen war er auch kaum noch als solcher zu erkennen. „Toll, dass jetzt hier so viel los ist. Vorher sah das echt mager aus. Ich bin auch heute extra zum Einkaufen hierher gekommen und war neugierig“, sagt Elfi Hellmuth aus Kaltenweide – nachdem sie bei Franko Almstadt, der in der Marktszene nur „Blumen-Fredo“ genannt wird, fündig geworden ist. Auch Blumen-Fredo ist zufrieden. „Der Markt wird gut angenommen. Und wichtig war heute, dass es zum Start nicht regnet.“
Daher zieht auch Aragues Bremer am Nachmittag eine positive Bilanz. „Mittags haben wir hier noch bei richtigem Ekelwetter aufgebaut.“ Das Wetter konnte er nicht beeinflussen, den Rest schon. Denn im Vorfeld hatte die Marktgilde, deren Auftraggeber die Stadt Langenhagen ist, ein buntes Angebot mit einem Dutzend Anbietern versprochen. Und sie hat Wort gehalten.
Ein wichtiger Baustein war auch eine Veränderung im Aufbau: Nicht mehr nur auf dem Kaltenweider Platz nahe des S-Bahnhofs stehen die Stände, sondern von dort aufgereiht die Helene-Lange-Passage hindurch bis zum Beginn der Weiherfeldallee. „Somit kann man von der Hauptstraße den Markt erkennen und sehen, dass hier etwas los ist“, sagt Aragues Bremer. Für die im wahren Wortsinn erfolgte Neuausrichtung mussten jedoch Stromkabel umgelegt werden. Die Energieversorgung für den Markt hätte nur für den Kaltenweider Platz gereicht, aber nicht für die Helene-Lange-Passage.
Den Wochenmarkt in Kaltenweide gibt es seit 2013, anfangs auch noch mit vielen Ständen. „In den Jahren danach wurde es aber immer weniger“, erinnert sich Kaltenweides Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr. Er gibt aber auch zu bedenken, „dass Kaltenweide damals rund 2000 Einwohner weniger hatte. Es fehlte also auch die Masse an Menschen zur Akzeptanz“. Auf Initiative des Vereins Bürger für Kaltenweide wurde die Stadt aktiv. Im März 2021 führte die Verwaltung erste Gespräche zusammen mit der Marktgilde.
„Das große Angebot ist super. Hier findet man alles und muss nicht extra in die Stadtmitte fahren“, sagt Anke Waterböhr und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Eigentlich brauche ich nur eine Karotte – aber die werde ich hier bestimmt finden.“
Auch Händler Alessio di Fonzo ist gut gelaunt. „Es sind viele Menschen hier. Man kommt mit den Leuten ins Gespräch, kann ihnen auch mal ein Stück Käse zum Probieren anbieten“, sagt der Inhaber des Verkaufs „Italdrive“, der Spezialitäten aus seiner Heimat anbietet.
Der Wochenmarkt in Kaltenweide findet immer donnerstags von 14 bis 18 Uhr in der Helene-Lange-Passage statt.