Wahlkampf im Akkord

Gruppenbild mit Damen: Alle teilnehmenden Politiker und die Organisatoren des politischen Speed-Dating in der VHS Langenhagen.Foto: D. Lange

Politiker-Speed-Dating im VHS-Treffpunkt

Langenhagen (dl). Lernen Sie Ihren Abgeordneten kennen. Interessierte Bürger hatten am Freitag im VHS-Treffpunkt die Gelegenheit dazu, den Politikern derjenigen Parteien, die sich mehr oder weniger realistische Chancen für die Bundestagswahl am kommenden Sonntag ausrechnen, einmal ganz direkt auf den Zahn zu fühlen. Sie stellten sich in einem sogenannten Speed-Dating den Fragen ihrer potenziellen Wähler. Zwölfeinhalb Minuten Zeit hatten die Kandidaten, die Fragen, die den insgesamt 97 Teilnehmern auf den Nägeln brannten, zu beantworten. Sie widerstanden dabei weitgehend der Versuchung, ihre künftigen Wähler mit routinemäßigen Worthülsen abzuspeisen, gleichwohl hätten einige Statements, etwa von den Vertretern von FDP, Piraten und Alternative für Deutschland (AfD), zu Themen wie Steuern, Mindestlohn, Bildung oder Renten, einer gezielten Nachfrage nicht standgehalten. Die vielfältige Bandbreite an Themen, die von den Teilnehmern nachgefragt wurde, reichte von den allgemeinen Kostensteigerungen über Bildung, Inklusion/Integration, Energie, Datenschutz, Gesundheit und Pflege bis hin zu möglichen Koalitionen im neugewählten Bundestag. Zu der Veranstaltung hatte sich auch eine zehnte Klasse der Robert-Koch-Realschule angemeldet, und es war interessant zu hören, welchen Eindruck die politisch interessierten Schülerinnen und Schüler von den Vertretern der Parteien hatten. Ihre Themen drehten sich um Fragen zur Umweltpolitik, zum Tierschutz und im Zusammenhang damit zur Frage der Massentierhaltung. Sie fordern höhere Steuern für Besserverdienende und nehmen davon auch die Politiker nicht aus, die mit gutem Beispiel vorangehen sollen. Die zusätzlichen Steuereinnahmen sollten vor allem zur besseren Ausstattung der Schulen verwendet werden. Für die Jugendlichen standen in erster Linie die Themen Bildung, Familie und Umwelt im Vordergrund. Themen also, die ganz konkret ihre eigene Lebenssituation berühren. Die Politiker waren sich abschließend überwiegend darin einig, dass das Format Speed-Dating eine gute Möglichkeit sei, die Unterschiede zwischen den Parteien deutlich zu machen und die Menschen an die Politik heranzuführen.