Wann wird es gefährlich?

Welcher Umgang mit dem Jakobskreuzkraut ist der richtige?

Jakobskreuzkraut blüht auf Hundeauslauffläche in den Heestern

Langenhagen (ok). Trägt das Jakobskreuzkraut zur Artenvielfalt bei, wie es laut Stadtsprecher Roman Sickau in einer Broschüre des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Schleswig-Holstein zu lesen ist, oder ist es eine hochgiftige Pflanze, die hier einfach nicht hingehört? Eine Frage, die regelmäßig immer wieder auftaucht; im konkreten Fall hat uns eine Leserin auf Jakobskreuzkraut auf der Hundeauslauffläche in den Heestern hingewiesen. Die werden bekanntlich nicht mehr gemäht und so wird es nach Auskunft Sickaus auch in Zukunft bleiben. Denn: "Egal, ob Hunde oder auch Pferde, Kühe und Schafe: Wegen des Geruches und der Bitterstoffe fressen die Tiere die Pflanze nicht", weiß Sickau. Gefährlich werde es erst, wenn das Jakobskreuzkraut zu Heu verarbeitet werde, die Bitterstoffe verliere und gefressen werde. "Dann kann es zu schwerwiegenden Leberschäden kommen", sagt Sickau. Nur: Das sei hier nicht der Fall.
Ganz so entspannt wie der Stadtsprecher sieht Heinrich Wieters, Landwirt aus Altenhorst und Mitglied im "Verein gegen Jakobskreuzkraut", von dem es 25 Arten gibt, die ganze Angelegenheit allerdings nicht. Grundsätzlich gibt er Sickau zwar Recht, nur: "Wenn Pflanzen runtergetreten werden und dann trocknen, werden sie auch aufgenommen." Eine viel größere Gefahr sieht Wieters allerdings in der extremen Vermehrung des Jakobskreuzkrautes. Eine Pflanze könne bis zu 150.000 Samen produzieren, bis zu drei Kilometer streuen. Und Jakobskreuzkraut könne eben auch indirekt für den Menschen gefährlich werden, über den Nahrungskreislauf in den Organismus kommen. Wieters: "Das Gift wurde auch schon in Milch und Honig nachgewiesen." Er empfiehlt, die Pflanze nie mit bloßen Händen anzufassen, sondern immer Gummihandschuhe zu tragen, wenn man mit ihr in Berührung kommt. So könne das Gift nicht über die Haut in den Blutkreislauf gelangen. Fazit: Für Wieters stellt das Jakobskreuzkraut eine Gefahr für Kinder und Erwachsene dar, deshalb gebe es nur eine Lösung für die Hundeauslauffläche in den Heestern: "Sie muss gemäht werden und das Heu kompostiert und abgefahren werden." Das Straßenbegleitgrün wird nach Aussage von Bürgermeister Friedhelm Fischer dagegen natürlich weiter gemäht und somit auch das Jakobskreuzkraut entfernt.