Was bewirkt die Gleichstellungsbeauftragte?

Sie arbeitet mit Ausdauer statt mit Verbissenheit: Die Gleichstellungsbeauftragte Anne Kirchenbüchler. (Foto: G. Gosewisch)

Anne Kirchenbüchler arbeitet mit energischer Ausdauer

Langenhagen (gg). Kein einfaches Jahr liegt hinter Anne Kirchenbüchler. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt zieht Bilanz und erklärt im Gespräch mit dem ECHO: „Meine Arbeit greift in viele Bereiche quer oder zusätzlich hinein.“ Bildlich gesprochen sind es Stolpersteine, die sie auslegt. „Es ist meine Aufgabe, für die Belange der Gleichstellung einzutreten, wenn nötig zu widersprechen oder Aufmerksamkeit zu erzeugen – das kann ein Störfaktor sein“, erklärt sie. So war eine ihrer jüngsten Aktionen die Installation der „Weißen Würfel“ im Rathaus-Foyer. In Spiegelschrift war darauf zu lesen, welche sozialen Beratungsstellen in Langenhagen zum Thema „Häusliche Gewalt“ zu finden sind. Dass der Betrachter Probleme beim Entziffern der Spiegelschrift hatte, war gewollt. „Das ist eine Methode, um ein Innehalten des Betrachters zu erzeugen“, erklärt Kirchenbüchler. Als Kulturwissenschaftlerin liegt es ihr nahe, Facetten der Kunst für ihren Aufgabenbereich zu nutzen. Engen Kontakt pflegt sie daher auch zum Kunstverein. Sie ruft zu Ausflügen auf, hat mit interessierten Frauen einen sogenannten Frauenort besucht. Im vergangenen Jahr war das Goslar, wo Spuren der Politikerin Katharina von Kardorff-Oheimb, Reichstagsabgeordnete von 1920 bis 1924, zu finden sind.
Neben dem Eintreten für die Gleichstellung ist Anne Kirchenbüchler auch Integrationsbeauftragte. In dieser Funktion hat sie im vergangenen Jahr unter anderem die Gruppe „Interkulturelle Entdeckerinnen“ gegründet, die Ausflüge unternimmt und sich intern für das Erlernen der deutschen Sprache einsetzt.
Neben den Projekten sind die "ständigen Aufgabenfelder" die Arbeitsbasis der Gleichstellungsbeauftragten. Anne Kirchenbüchler nennt hier die Beratung von Frauen, das monatliche Gespräch mit dem Bürgermeister und die Pflege der Vernetzung. Verwaltungsintern ist sie bei Stellenbesetzungen und in Arbeitsgruppen beteiligt. Sie freut sich über das Vertrauen, dass Kolleginnen und Kollegen ihr in persönlichen Gesprächen entgegenbringen.
Positive Erfahrungen habe sie bei Gesprächen gemacht, die auf Einladung der politischen Fraktionen entstanden sind. „Ich kann mich in die Sichtweise anderer hinein versetzen. Es muss nicht jeder meiner Meinung sein“, sagt sie. So erntete sie im vergangenen Sommer nicht nur Zustimmung, als sie öffentlich darauf hinwies, dass auf dem frisch aufgestellten Gedenkstein für Ehrenbürger die Ergänzung „und Ehrenbürgerinnen“ fehlt. Mit Kritik kann sie umgehen, sie erklärt: „Wichtig ist, mit Augenmaß zu handeln und individuelle Lösungen zu finden. Ich kann in dieser Position langfristig arbeiten und mit Ausdauer Akzente setzen.“