Was ist dran?

Der Expeditionsleiter Sven Achtermann forderte die Schüler auch auf, die „Komfortzone“ zu verlassen, um Klimaschutz zu betreiben. In anderen Ländern gehen die Kinder stundenlang zu Fuß, um Bildung zu bekommen, und dass mitunter sogar ohne Schuhe“ sagt Achtermann mit Verweis auf die kurze Autofahrt zur Schule.  (Foto: S. Dickhaeuser)
 
Für Linn Degner (mit Mikrofon), Schülerin der zwölften Klasse der IGS Langenhagen, ist aktiver Umweltschutz ein wichtiges Thema. Nach dem Vortrag von Sven Achtermann (stehend, links) hat die 16-Jährige Fragen zur durch den Klimawandel bedrohten Tierwelt. (Foto: S. Dickhaeuser)

Lebendiger Klimaschutzvortrag von Sven Achtermann an der IGS Langenhagen

Langenhagen (dkh). Gleich dreimal hintereinander zog Sven Achtermann, Expeditionsleiter und Naturfotograf, die Schüler der Jahrgänge zehn bis zwölf an der IGS Langenhagen, bei einem Vortrag, der durch die Initiative „ProKlima – der Enercity Fonds“ gefördert wird, jeweils 90 Minuten in seinen Bann. „Danke, dass es mir auch bei meinem dritten Vortrag heute möglich war, ohne große Anstrengungen zu sprechen, denn Ihr habt mir Eure ungeteilte Aufmerksamkeit geschenkt“, bedankte sich Achtermann auch bei der letzten Schülergruppe, die seinem Vortrag interessiert zugehört hatte.
Von der ersten bis zur letzten Minute lies Achtermann keinen Zweifel daran aufkommen, dass ein starker Umwelt- und Naturschutz betrieben werden muss, damit Mensch und Tier auf diesem Planeten optimale Lebensbedingungen vorfinden. Der Klimaforscher erinnerte dabei auch an den „Globalen Erdüberlastungstag 2019“, der am 29. Juli verdeutlicht hatte, dass wir bei der nachfolgenden Generation auf „Pump“ leben, um, nicht zuletzt aufgrund unseres derzeitigen Konsumverhaltens, über die benötigten Ressourcen verfügen zu können. Der Umweltschützer forderte die Schüler dazu auf, die eigene Komfortzone zu verlassen. „Es reicht nicht nur mit einem Pappschild herumzulaufen. Prüft Euer eigenes Verhalten und was man Euch erzählt. Findet heraus, wer, wann, wo und wie tatsächlich für den Klimawandel verantwortlich ist. Wir leben in einer Welt mit „Shitstorms“, Neid, Boshaftigkeit, Missgunst und Mobbing. Es ist daher wichtig, dass ihr alles hinterfragt. Ihr habt alles Recht der Welt aufzubegehren.“ Der Naturforscher zeigte Aufnahmen aus Norwegen, Grönland, der Antarktis, dem Amazonas und aus Nepal und sprach über Naturkatastrophen, den Regenwald, gravierende Klimaveränderungen, die Folgen der globalen Erderwärmung wie beispielsweise Waldbrände, schmelzende Polkappen und Artensterben sowie den Mangel an Trinkwasser. Dabei brachte Achtermann das Thema auch auf Krieg, Zerstörung und Flucht, Fremdenfeindlichkeit und Nächstenliebe sowie Überbevölkerung. Neue Technologien und zukunftsweisende Ideen, so beispielsweise „Urban Gardening“, autofreie Zonen, der Subventionierung von Schlüsseltechnologien, auch von Start-up-Unternehmen und die zukunftsorientierte Berufswahl, zählen für Achtermann zu den Möglichkeiten, die eine positive Wende bringen. „Wenn Ihr einen Beruf wählt, in dem Ihr über zukunftsweisende Projekte entscheiden könnt, beispielsweise als Stadtplaner, habt Ihr die Chance, den „Auslaufmodellen“ zu zeigen, wie die Umwelt geschützt werden kann,“ sagte Achtermann und beschrieb so aus seiner Sicht einen Teil der älteren Generation, die den Klimaschutz nicht ausreichend verinnerlicht hat und so auch nicht von veralteten Denkmustern, die das Klima gefährden, abzubringen ist. Nach dem Vortrag und einer anschließenden Fragerunde, bei der sich zeigte, dass das Thema wichtig und wertvoll für die jungen Menschen ist, verweilten Linn Degner und Nils Müller aus der zwölften Klasse noch eine Weile in der Aula. „Es wurden wunderschöne Naturaufnahmen gezeigt“, befand Linn Degner, „aber auch schlimme Szene, darunter das Foto von einem Eisbär, der durch das schmelzende Eis nicht mehr an das rettende Ufer gelangte und sterben musste.“ Die biologische Ebene interessierte Ihren Freund Nils Müller „es ist sehr interessant das Umfeld der Tiere aus dieser Perspektive zu betrachten. Wo und wie leben die Tiere und was brauchen sie?“ Damit die Menschen aktiven Umweltschutz betreiben hält Achtermann es für wichtig, die Liebe zur Natur zu wecken. „Wir pflegen und schützen was wir lieben“, sagt der Naturfotograf und hat mit seinen Vorträgen an der IGS Langenhagen Einiges dazu beigetragen, seine Liebe zur Natur an die Schüler heran zu tragen.