Was ist nur mit den Menschen los?

Am letzten Sonntag waren Mäuse in unserer Kirche. Keine Sorge: es waren alles Kinder aus unserem Kindergarten, die verkleidet waren. Sie spielten eine kleine Mäusefamilie. Diese Mäuse hatten noch nie vom Weihnachtsfest gehört. Sie fragten sich, wie die Menschen wohl die Geburt des Kindes feiern. Mit Speck und Käse? Natürlich nicht, wusste die schlaue Erzählerin. Die Menschen zünden Kerzen an und stellen einen Weihnachtsbaum auf. Sie singen Lieder und backen Plätzchen.
Aber was könnten die aufmerksamen Mäusekinder nicht noch so alles beobachten bei uns Menschen! Der oft beklagte Weihnachtsstress befällt regelmäßig so manchen Zeitgenossen in den Wochen vor Heilig Abend. Die Geschäfte sind voller als sonst. Wer durch die Innenstadt von Hannover geht, sieht Geschäftigkeit und auch manche Hektik. Fröhliche Gesichter gibt es selten. Man könnte meinen, es stünden harte Zeiten vor der Tür.
Dabei geht es doch um ein frohes und fröhliches Fest. Ein Kind ist geboren worden, das den Frieden ganz in den Mittelpunkt gestellt hat. Ein Licht ist erschienen, das den Weg der Liebe hell macht. Ein Stern, der die Herzen gewiss und froh machen kann.
Nicht nur die Mäuse wundern sich, wie Menschen sich auf dieses Fest vorbereiten. Ich komme mir manchmal auch vor, als sei ich im falschen Film. Mit Weihnachten kann man es sich ganz leicht verderben. In der Geschäftigkeit, in den übertriebenen Erwartungen, in der Suche nach dem perfekten Fest kann das Fest des Friedens untergehen.
Die Mäuse haben mich mal wieder daran erinnert, dass es eigentlich ganz einfach ist mit der Vorbereitung. Ich muss meine Hände mal ruhen lassen, meine Ohren öffnen, Zeit haben zum Stillwerden und mich auf die kleinen Freuden besinnen. Ich muss meinen Kopf mal heben und mir die Gesichter der anderen anschauen. So hat es nämlich der vorgemacht, der der Grund für allen Weihnachtsrummel ist: Jesus Christus. Auf ihn besinnen und seine Botschaft hören: Das öffnet mir den Weg zur Krippe.


Karl Ludwig Schmidt, Pastor