Wegebau erfordert Baumfällung

Weichenstellung im Stadtpark Richtung Badneubau

Langenhagen (gg). Für Landschaftsplaner sind Baumfällungen kein Tabu. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Parkbeirates deutlich. Im Auftrag der Stadtverwaltung hat Volkmar Kerck Landschaftsarchitekt in Hannover, Maßnahmen für den Stadtpark vorgeschlagen, die denselben auf die historische Parkplanung aus dem Jahr 1909 zurückführt. Damals waren geschwungene, fast runde Wege in Anlehnung an englische Landschaftsgärten modern. Das soll nun wieder sichtbar werden. Zwar sprach Kerck bei den Maßnahmen immer wieder von Baumentnahme, machte aber deutlich, dass das nur ein „schonendes Wort für Baumfällung“ ist. Birgit Karrasch, Fachdienst Stadtgrün, bestätigte den Zeitplan: Bis zum Februar 2015 soll die Säge zum Einsatz kommen, wenn Bäume im Weg stehen für die Ausrundung und den Neubau von Wegeverbindungen. Eine Achse soll zwischen Stadtarchiv und Wasserturm entstehen, schließt an die Ernst-August-Nebig-Allee an. Das zukünftige Schwimmbad ist damit von der Parkseite besser zu erreichen. Bis zum Jahr 2018 sind in der Prioritätenliste für den Stadtpark Kosten in Höhe von knapp 900.000 Euro aufgeführt.
Keine Einwände hatten die Mitglieder des Parkbeirates. Einstimmig beschlossen wurde das Leitbild für den Stadtpark, ein Konzept ausgearbeitet vom Vorsitzenden des Parkbeirates Kaspar Klaffke (Professor für Landschaftsplanung in Hannover), nach dem historische Strukturen im Park herausgearbeitet werden sollen. Seitens des NABU sprach sich Ricky Stankewitz für eine sorgfältige Prüfung der Artenschutz-Belange aus: „Dann muss nicht an jedem Baum krampfhaft festgehalten werden.“ Hans-Jürgen Ratsch empfahl, die Anlage von Blumenwiesen bei der Umsetzung der Pläne zu berücksichtigen, wünschenswert für die Bienen, um die er sich in der Imkerei am Wasserturm kümmert.
Eichen und Buchen sollen den erwünschten ruhigen Charakter des Parks stärken. Starkwüchsige Robinien, Nordseite VHS-Pavillon, sollen fallen. Als wesentlichen Störfaktor für den Park nannte Stadtbaurat Carsten Hettwer den VHS-Pavillon, umgangssprachlich auch Baracke genannt: „In diesem Zusammenhang muss man feststellen, der muss dringend weg.“