Weiherfeld wird zum Vorzeigemodell

Die Studentinnen und Studenten aus Paris in der Energiezentrale Weiherfeld. Foto: G. Gosewisch

Französische Studenten informierten sich über Nachhaltigkeit

Kaltenweide (gg). Gezielt hat sich Aline Cattan von der Engref-AgroParisTech, Hochschule für Natur, Bio- und Umweltwissenschaften mit Sitz in Paris, für eine Besichtigung des Baugebietes Weiherfeld interessiert. In Kooperation mit Frank Scholles vom Institut für Umweltplanung der Universität Hannover sammelte sie für ihre Studentinnen und Studenten Beispiele für Bauprojekte, die eine Verknüpfung von Stadt und Umland darstellen und nach ökologisch nachhaltigen Richtlinien geplant worden sind. Erfahrungswerte aus der Umsetzung wollte sie ihren Studenten zugänglich machen. Eine Gruppe war daher jetzt vor Ort und erkundete die Rahmenbedingungen, die durch die Entwicklungsgesellschaft Langenhagen vorgestellt wurden. Das Hauptinteresse galt dabei der Energieversorgung der Haushalte im Weiherfeld. Ein Blick in die Energiezentrale an der Maria-Montessori-Straße gehörte ebenso dazu wie die Besichtigung der Biogasanlage an der Autobahnauffahrt Kaltenweide.
Techniker Andreas Rose von der Energieprojektgesellschaft Langenhagen zeigte die Dimensionen des Blockheizkraftwerks, das zum überwiegenden Teil mit Gas aus der Biogasanlage betrieben wird und die 750 Wohneinheiten im Weiherfeld mit Wärme versorgt. Jens Monsen, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft, erklärte die Größenordnung: „Wenn die Bebauung abgeschlossen ist, werden hier 5.000 Einwohner versorgt.“ Weitere ökologische Gesichtspunkte des Projektes Weiherfeld wie die S-Bahn-Anbindung wurden von den Studenten ebenso angesprochen wie die politische und verwaltungsrechtliche Planung und Umsetzung. Viele fachliche Fragen mussten aus dem Französischen übersetzt werden, was Valerie Oyono, die selber im Weiherfeld wohnt, flexibel leistete. Ihr Einsatz als Dolmetscherin war nur wenige Tage vor dem Besuch aus Paris durch die Entwicklungsgesellschaft Langenhagen organisiert worden. „Wir sind sehr froh, dass so kurzfristig alles geklappt hat, denn der Mail-Austausch hatte gehakt“, so die Auskunft von Aileen Deiterding und Martina Frisch von der Entwicklungsgesellschaft. „Sogar der Streik bei der Bahn hat uns noch gefordert. Für die Anreise mussten wir eine Alternative finden und haben dazu den Bus der Jugendpflege nutzen können.“