„Weniger ist kaum möglich“

Geerfried Fobel (links) und Klaus Waschkewitz aus dem Kommissariat Langenhagen stellen die Verkehrsunfallstatistik vor. (Foto: G. Gosewisch)

Polizei-Statistik zu Verkehrsunfällen – Anzahl Radfahrer steigt

Langenhagen (gg). Zufrieden äußert sich der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes des Polizeikommissariates Geerfried Fobel zur vorliegenden Verkehrsunfallstatistik 2011. Die Relationen im Blick zu behalten sei bei der Betrachtung wichtig. „Langenhagen wächst, Gewerbe- und Neubau-Gebiete bedeuten höheres Verkehrsaufkommen und damit steigen normalerweise auch die Unfallzahlen. Menschen machen Fehler, das ist nie ganz zu verhindern.“
Vor diesem Hintergrund seien die konstanten Zahlen erfreulich, der Vergleich zu den Vorjahren bestätige eine stabile Situation. 1.436 Unfälle gesamt zeigt die Statistik für 2011 auf, das sind 4,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Die Zahl liegt in der normalen Schwankungsbreite in Langenhagen“, sagt Fobel. Zwar waren es 2009 und 2010 jeweils etwa 1.360 Unfälle, doch davor rund 1.500 gesamt. Im letzten Jahr gab es nur einen Unfall, bei dem ein Verkehrsteilnehmer getötet wurde. Das betraf einen Fußgänger, der beim Überqueren der Bahngleise von der Stadtbahn erfasst wurde. Keine Schwerverletzten sind in der Altersgruppe von sechs bis 14 Jahren zu beklagen, ein Kind unter sechs Jahre wurde schwerverletzt, nur zwei Kinder wurden leichtverletzt - eine Bestätigung für den Erfolg der Präventionsarbeit in den Schulen, die weitergeführt werden soll.
Eine Aufklärungsquote von 37 % bestätigt Kriminalhauptkommissar Klaus Waschkewitz in Bezug auf die festgestellten 392 Verkehrsunfallfluchten. So genannte Park-Kratzer mit einem Schaden von etwa 500 Euro machen den größten Teil aus.
Eine deutliche Steigerung der Anzahl der Fahrradfahrer im Straßenverkehr beobachtet die Polizei in Langenhagen, zudem bieten moderne Fahrräder immer höhere mögliche Geschwindigkeiten. Die Radwege-Entwicklung im Verhältnis dazu sei unzureichend - eine klare Empfehlung der Polizei an Rat und Verwaltung nachzubessern.
Dramatisch sei daran aber nichts. „Langenhagener Verhältnisse sind mit dem Verkehrsaufkommen wie etwa in der List nicht vergleichbar. Da gibt es in Bezug auf Fahrradfahrer ein Mengenproblem. Es muss rechtzeitig für Ordnung im Straßenverkehr gesorgt werden. Wenn alles durcheinander geht, gibt es Unfälle“, erklärt Waschkewitz und kündigt keine besonderen Verkehrskontrollen in Bezug auf Fahrradfahrer in Langenhagen an. Allerdings: Je voller die Straße, die Radwege und die Bürgersteige, desto genauer sollte man sich an die Verkehrsregeln halten. Gegenseitige Rücksichtnahme, wie in § 1 der Straßenverkehrsordnung beschrieben, ist und bleibt oberstes Gebot.
Besondere Unfallschwerpunkte gibt es aus polizeilicher Sicht nicht. Aber: die Walsroder Straße bietet in der gesamten Länge mit den Ausfahrten und unübersichtlichen Stellen ein Gefahrenpotential, die Einmündung in die Wagenzeller Straße in Kaltenweide sei für Fahrradfahrer eine Zumutung, ebenso die Wege unter den Eisenbahnbrücken am Reuterdamm und an der Brinker Straße. „Vor diesem Hintergrund machen Radarkontrollen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit besonders in diesen Bereichen Sinn“, erwähnt Fobel.