Wenn der Platz auf der Straße fehlt

Eine plakative Aktion: Petra Brandt und Reinhard Spörer machen mit einem selbstgebauten Abstandhalter auf die Enge der Fahrbahn aufmerksam. (Foto: O. Krebs)

ADFC macht auf gefährliche Situationen beim Überholen aufmerksam

Langenhagen (ok). Für Fahrradfahrer und Autofahrer zusammen wird es in manchen Straßen ziemlich eng. Verdammt eng sogar. So etwa an der Karl-Kellner-Straße, die als Fahrradstraße ausgewiesen ist und eine Breite von sechs Metern aufweist. Doch wie groß muss der Abstand zwischen Auto- und Fahrradfahrern auf der Straße eigentlich sein. Nun: Die Straßenverkehrsordnung sagt aus, dass eine Gefährdung ausgeschlossen, ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern beim Überholen eingehalten werden muss. Wer überholt, muss sich möglichst schnell wieder rechts einordnen, darf den Überholten nicht behindern. Wie groß der seitliche Abstand tatsächlich sein muss – gemessen wird von der Außenkante des Spiegels bis zum Ende des Lenkers – hängt nach Auskunft Reinhard Spörers, Sprecher des hiesigen ADFC, von einer Menge Faktoren ab: Tempo, Laster oder Auto, Fahrbahnverhältnisse, Kind oder Senior als Überholter oder auch starker Seitenwind. Aber auch, wenn es keine konkreten Meterangaben gebe, könne doch von Faustregeln ausgegangen werden: 1,50 Meter, wenn die Geschwindigkeit unter 50 Stundenkilometern liege, die überholten Radfahrer erwachsen seien und sicher fahren, ansonsten zwei Meter. Aber auch Radfahrer müssen überholen lassen. Im Klartext: Gegenseitige Rücksichtnahme ist angesagt. Reinhard Spörer: „Und dann sind da noch die so genannten Dooring-Unfälle. Extrem weit lässt sich beispielsweise auch die Tür des Smarts öffnen.“ Noch einmal etwa 1,20 Meter, die fehlen. Wie gesagt, es wird richtig eng. Die Reaktionen der Autofahrer auf Radfahrer seien recht unterschiedlich, sagt Spörers Mitstreiterin Petra Brandt: „In der Angerstraße wird es schon manchmal brenzlig. Am Reuterdamm ist aber ein Fahrzeug hinter mir solange langsamer gefahren, bis ich auf dem Fahrradweg war.“ Gemeinsam mit dem ADFC der Region Hannover hat Spörer jetzt 400 weiße Warnwesten produzieren, die auf den nötigen Sicherheitsabstand hinweisen. Wer gegen Spende ein Exemplar haben möchte, melde sich bitte unter langenhagen@adfc-hannover.de.