Wenn die Müllkörbe in Corona-Zeiten überquillen

Sind jeden Tag ab 6 Uhr im Einsatz: Alexander Nuss (links) und Frank Schumann. (Foto: O. Krebs)

Wagen der Stadtreinigung nach zwei Stunden schon fünfmal gefüllt

Langenhagen (ok). Pizza-Packungen, Essensverpackungen, Kaffee to go, Eisbecher – Alexander Nuss und Frank Schumann hatten in der Hochphase der Corona-Pandemie noch mehr als sonst zu tun. Das Duo ist bei der Stadt Langenhagen für die rund 780 Müllkörbe im Stadtgebiet zuständig, hat jeden Tag alle Hände voll zu tun. Nuss ist auf der Außentour hauptsächlich für die Langenhagener Ortsteile zuständig, Schumann übernimmt den Innenstadtbereich. Um 6 Uhr fängt sein Dienst an, um 8 Uhr war sein Fahrzeug zu Corona-Zeiten schon fünfmal gefüllt. Schumann: „Im Sommer ist zwei bis dreimal normal, sonst zweimal.“ Nuss kann aus dem Weiherfeld berichten, wo oft jede Menge Hausmüll in den Papierkörben lande. Und kurioserweise auch mal Backsteine. Je nach Intervallen werde ein bis viermal in der Woche geleert, und auch die Kehrmaschine sei regelmäßig unterwegs. Im Vergleich mit anderen Kommunen sei das eine hohe Frequenz und deshalb könne Thorsten Brockmann, Leiter des Betriebsdienstes Klagen, dass Langenhagen eine „dreckige Stadt“ sei, nicht unbedingt nachvollziehen. Dabei seien die Kosten in der Flughafenstadt verhältnismäßig gering, liegen bei maximal 1,54 Euro pro Straßenmeter. Auf dem Marktplatz werde beispielsweise an jedem Tag gereinigt, vor allen Dingen nach Markttagen. Und auch in den Parks und an den Seen seien seine Mitarbeiter unterwegs. In Corona-Zeiten seien auch die Wanderwege und der Kananoher Forst ein Schwerpunkt gewesen, relativ viele leere Flaschen gefunden worden. Weitere besondere Funde während der Pandemie: Einmalhandschuhe, Gesichtsmasken und Taschentücher. Nur: „Wenn am Freitag alles piccobello ist, kann es montags schon ganz anders aussehen“, sagt Brockmann. Und besonders nach Feiertagen und langen Wochenenden. Eine Tendenz in Sachen Müll kann er klar mit der Öffnung der Restaurants erkennen. Seit es in dieser Hinsicht Lockerungen gegeben habe, sei das Müllaufkommen wieder deutlich geringer geworden. Nur: Mit Beginn der warmen Jahreszeit rechnet er wieder mit einem Anstieg. Deshalb könne vor allen Dingen jeder selbst mit einem umweltfreundlichen Verhalten dafür sorgen, dass die Situation nicht eskaliere. Im Klartext: Die eigenen Abfälle nicht in den Mülleimer stecken, auch wenn der schon randvoll sei, sondern bis zum nächsten Abfalleimer mitnehmen oder im Zweifelsfall zu Hause entsorgen.