Wenn die Spülmaschine Höchstleistungen vollbringt

Anja Köchermann (rechts) erläutert den hohen Aufwand bei der Reinigung des Geschirrs. (Foto: O. Krebs)

Göttinger Modell: Ratsmitglieder und Verwaltung auf Infotour in Sachen Zentralküche

Langenhagen (ok). Es soll gut schmecken, qualitativ hochwertig sein und natürlich auch nicht zu teuer sein. Im Klartext: Die Anforderungen an ein Essen in einer Schulmensa sind schon nicht ohne. In Langenhagen sind die Würfel gefallen – die Stadt soll das Ganze in Eigenregie betreiben. In Göttingen läuft dieses Modell schon seit Jahren erfolgreich. 30 von 32 Schulen und 15 Kitas werden aus insgesamt drei Zentralküchen im Stadtgebiet versorgt. „Jede Küche versorgt 15 weitere Standorte“, sagt Anja Köchermann. Die studierte Diplom-Ökotrophologin ist Fachdienstleiterin in der südniedersächsischen Universitätsstadt, hat das „Göttinger Modell“ federführend ins Leben gerufen. Ein Konzept, das sich mittlerweile zu einem Erfolgsmodell entwickelt hat. Davon haben sich jetzt Vertreter aus Langenhagens Politik und Verwaltung bei einem Besuch in Göttingen selbst überzeugt. Auf den Teller kommt Regionales, Saisonales und auch Traditionelles. Alle fünf Wochen wird zum Beispiel an der Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule gewechselt, bis 7.45 Uhr muss dort die Bestellung aufgegeben sein. „Hähnchenkeule und Schnitzel laufen natürlich am besten“, sagt Anja Köchermann schmunzelnd. Der Preis pro Gericht ist mit 3,88 Euro an den weiterführenden Schulen und 3,50 Euro an den Grundschulen vergleichsweise gering. Die industrielle Spülmaschine muss Tag für Tag Höchstleistungen vollbringen – 1.000 Teller, 1.000 Gabeln, 1.000 Messer und oft auch 1.000 Löffel müssen gereinigt werden. Und auch bei der Belieferung der anderen Schulen und Kitas muss logistisch alles passen. Die erste Tour startet um 9.30 Uhr, die zweite dann punktgenau um 10.50 Uhr. Gearbeitet wird quasi „just in time“ Etwa die Hälfte der Mitarbeiter sind Fachkräfte, der Rest ist angelernt. Wichtig ist für Anja Köchermann die Flexibilität – jeder der Mitarbeiter kann auch in einer anderen Zentralküche arbeiten und dort aushelfen. Das Modell kommt offensichtlich auch an der Geschwister-Scholl-Schule gut an – waren es 2012 noch 650 Essen, so sind es jetzt bereits 2.000 Essen, die mittags über den Tresen gehen. „Hygiene ist dabei das A und O“, sagt Anja Köchermann. Die zuständige Dezernentin Maria Schmidt sagt: „Wir sind den richtigen Weg gegangen. Die Eltern sind bereit, Geld für Qualität auszugeben.“ Deshalb ist auch intensiv an einem Qualitätsentwicklungskonzept gefeilt worden.“
Die Deckungsbeitrag in Göttingen liege bei etwa 95 Prozent. Eine Zahl, die Ratsmitglied Jens Mommsen (BBL) in Frage stellt, wichtige Parameter seien nicht berücksichtigt worden. So habe sich nach einem Telefonat mit den Verantwortlichen in Göttingen herausgestellt, dass nicht wenige Beschäftigte aus der niedrigsten Lohngruppe in eine höhere eingestuft würden und mit mehr Kosten beim Wareneinsatz zu rechnen sei. Bauseitige Kosten seien genauso wenig wie Personalkosten in der Verwaltung berücksichtigt. Außerdem ändere sich im Jahr 2021 das Umsatzsteuergesetz.