Wenn die Verkehrsblattverlautbarung 237 gilt

Die Schilder machen deutlich, was auf dem Parkplatz an der Elisabetharkaden angesagt ist. Überfüllt ist er übrigens äußerst selten. (Foto: O. Krebs)

Ein Erfahrungsbericht: Parkscheibe ist in Deutschland eben nicht Parkscheibe

Langenhagen (ok). Form und Aussehen der Parkscheibe: Ein Beweis, dass der Amtsschimmel bei uns in Deutschland doch lauter wiehert als bei den in vielen Dingen anscheinend doch wesentlich toleranteren Dänen. Diese Erfahrung hat jetzt auch der Autor auf dem Parkplatz an den Elisabeth-Arkaden machen müssen. Eine Erfahrung, die ihn rund 25 Euro kostete. Aber sei's drum und der Reihe nach: Bei der Rückkehr zu seinem Auto musste er feststellen, dass eine durchnässte Zahlungsaufforderung hinter seiner Windschutzscheibe klemmte. Wieso? Die Parkuhr – ein Ziffernblatt, das hinter der Windschutzscheibe angebracht ist – war doch korrekt auf 17 Uhr eingestellt. Ein Anruf beim Dienstleister „fair parken“, der an der Walsroder Straße für die Parkraumbewirtschaftung zuständig ist, brachte nach vielem Hin und Her und endlosen Diskussionen Klarheit. Es sind dort nur die gemäß Verkehrsblattverlautbarung 237 definierten Parkscheiben erlaubt, darüber hinaus elektronische, nicht batteriebetriebene., die eine spezielle Typengenehmigung haben. Verkehrsblattverlautbarung 237? Niemand soll in Deutschland glauben, dass er einfach irgendeine Parkscheibe kaufen und verwenden darf: Nach der Verkehrsblattverlautbarung vom 24. November 1981 muss sie genau 150 Millimeter hoch und 110 Millimeter breit sein. Farbton und verwendete Schriftart sind genau festgelegt: Parkscheiben müssen den gleichen Blauton wie die übrigen Verkehrszeichen tragen, da sie den Status von Verkehrszeichen haben. Werbung darf nur auf die Rückseite. Wer eine selbst gebastelte oder gar eine aus dem Ausland – und sei es wie im vorliegenden Fall sogar aus der Europäischen Union – verwendet, riskiert ein Bußgeld. So auch geschehen. Und dazu noch die stolze Summe von 24,95 Euro. Eine lukrative Einnahmequelle.
Es sage aber keiner, „fair parken“ habe sich nicht kulant zeigen wollen: Bei Vorlage eines Kassenbons hätten die Verantwortlichen noch einmal Gnade vor Recht ergehen lassen. Pech, dass der im Geschäft geblieben war. Nur? Was hat das eigentlich mit der richtigen Parkscheibe zu tun? Was lernen wir daraus: Lieber immer einen Einkaufsbon mitnehmen, und das Auto bei Abfahrt auf das richtige Inventar überprüfen. Und wer glaubt, dass es sich bei dieser Geschichte um einen vorgezogenen Aprilscherz handelt, irrt gewaltig. Im Gegenteil: Das Motto heißt „Deutschland und seine Bürokratie hautnah erlebt“.