Wenn ein Dienstmann träumt

Koffer haben etwas Magisches – und „Dienstmann“ Martin Weidler ließ sich von dieser Magie gerne einfangen. Foto: D. Lange

Das „Eingepäckstück“ auf der Bühne im Daunstärs

Langenhagen (dl). Koffern haftet ja manchmal etwas Magisches an. Sie beflügeln die Fantasie, und die bunten Aufkleber und Anhänger der Fluglinien erzählen von Reisen in ferne, exotische Länder und laden zum Träumen ein. Das dachte sich wohl auch ein Gepäckträger, der die Koffer, statt sie ins Flugzeug zu verladen, lieber einen nach dem anderen öffnete – angesichts der vielen schönen Dinge darin gingen schließlich seine Gedanken anstatt der Koffer auf die Reise.
Da verwandelt sich auf einmal ein rotes Tuch in eine spanische Flamencotänzerin, ein bayerischer Trachtenhut inspiriert zu einem zünftigen Schuhplattler und eine Fernsehzeitung plus Fernbedienung macht den Kofferträger zum Mittelpunkt eines „Tatorts“ mitsamt Leiche und Polizisten.
Martin Weidler spielt diesen verträumten Dienstmann mit großem komödiantischem Talent und hat sichtlich Spaß an seiner Rolle. Der Kampf mit einer kaputten Hose entwickelt sich in seinem Spiel zu einem Running Gag, sehr zum Vergnügen des Publikums. In der Schlussszene huldigt das Ensemble, übrigens alles begeisterte und motivierte Laienschauspieler mit einer Behinderung, unter Absingen der Vereinshymne „Alte Liebe“ und ausgestattet mit den üblichen Fanartikeln seinem Heimatverein Hannover 96.
Das Theaterstück entstand nach den Ideen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern eines VHS-Kurses mit dem Titel „Wir erfinden ein Theaterstück“, der in Kooperation mit der Lebenshilfe Langenhagen angeboten wurde. Die Darsteller hatten ihr Stück selbst ausgedacht und entwickelt und es zusammen mit der künstlerischen Leiterin Anika Schuberkis auf die Bühne gebracht. Die ganze Truppe bedankte sich zum Schluss bei einem zu Recht begeisterten Publikum.