Wenn ein Stein ins Rollen kommt…

... merken wir dies ganz aktuell und sehr positiv – vielleicht aber auch schmerzlich in den Protesten der Jugend für den Klimaschutz. Angestoßen wurden diese Proteste durch die 16jährige Schwedin Greta Tunberg. Es ist gut, dass sich Jugendliche für etwas engagieren es geht nicht nur um ihre Zukunft – es geht auch um unsere Welt Für einige Politikerinnen und Politiker und viele der älteren Generationen ist dies scheinbar ein schmerzhafter Prozess. Für die jüngere Generation ist dies eine Frage der Zukunft und des Überlebens. Wenn also ein Stein ins Rollen kommt... dann ist das auch immer ein Stein, der angestoßen wurde, ein Stein des „Anstoßes". Und dieser Stein wurde auch weggerollt vom Grab des Jesus von Nazareth und es war leer am zweiten Tage nach der Kreuzigung. Das löste Verwunderung aus, aber auch Freude. Damit war der Stein ins Rolle- gekommen. Der Stein, den die Menschheit sonst nur von Sisyphus kannte, der für seine Schuld immerwährend einen Stein den Berg hinauf rollen musste. Und dieser Stein fiel trotz aller Mühe immer wieder auf ihn zurück, ihn, den Menschen, der sich gegen seine Gottheit gewandt hatte. Dieser Mensch konnte nicht froh werden, weil alles vergeblich war, was er tat und begann, denn immer wieder fiel der Stein herunter und trennte ihn von der Erfüllung seiner Aufgabe und führte ihm die Bedeutungslosigkeit seines Seins vor Augen.
Nun aber war einer gekommen, der von Gott als Vater sprach, der zu seinen Lebzeiten schon - den Anbruch des Reiches Gottes verkündete. Und dieser Jesus von Nazareth stieß den Stein an, erregte Anstoß, wurde deshalb gekreuzigt und stieß wiederum den Stein an, den Stein vor seinem Grab, der davor lag, damit er entweichen konnte.
Das offenbarte die Richtigkeit der Verkündigung der frohen Botschaft, dass das Reich Gottes schon begonnen hat. Und das entwickelte sich zur Hoffnung für die ersten Christen und kann auch Hoffnung für heutige Generationen sein. Heute definieren wir das als Nächstenliebe, Solidarität Gerechtigkeit, Menschlichkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Sie merken vielleicht, wie nahe dies bei den Anliegen der jugendlichen Proteste liegt. Und gut ist es dazu, dass es wieder ein öffentliches Aufstehen für eine bessere Zukunft gibt und die rückwärtsgewandten Pegida-Rufe mit all ihren Fake-News in der Öffentlichkeit nicht mehr einen so großen Stellenwert bekommen.
Wenn der Stein ins Rollen kommt… sind wir in der Lage, uns unserem Nächsten zuwenden und darin Gott den rechten Dienst zu erweisen. Dann nehmen wir ein Stück des Lebens vorweg, dann weht ein Hauch des Reiches Gottes herüber zu uns. Dann spüren wir den neuen Menschen in uns selbst.
Ich denke, das ist Grund genug, Freude zu empfinden, manche Traurigkeit abzulegen, die Untätigkeit zu überwinden. Zeugnis darüber abzugeben, was uns so froh macht, was uns Hoffnung vermittelt. Das ist der Stein, der uns in die Lage versetzt, Jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die uns erfüllt. Ich wünsche Ihnen einen frohen Blick auf Ostern.

Falk Wook, Pastor