Wenn es cool ist, sich die Hand zu reichen

Wollen Jugendliche zum Nachdenken anregen: Gewaltopfer Christoph Rickels (Zweiter von links) sowie Justyna Scharlé (von links), Dirk Schell und Annette v. Stieglitz aus dem Präventionsrat. (Foto: O. Krebs)

Gewaltopfer Christoph Rickels hat seine Geschichte 69 Mal in fünf Jahren erzählt

Langenhagen (ok). 69 Veranstaltungen in fast fünf Jahren – das Gewaltpräventionsprojekt mit Christoph Rickels für den achten Jahrgang hat sich zu einer Erfolgsgeschichte in Langenhagen entwickelt. Nicht nur in Schulen, sondern jetzt auch bei Geflüchteten. 2018 ist als Pilotprojekt an Hermann-Löns-Schule und IGS Süd das Thema Selbstverteidigung dazugekommen. Und: Gewaltopfer Christoph Rickels, dessen Leben sich mit einem gezielten Schlag von Grund auf geändert hat, hat auch Anfragen aus Luxemburg und der Schweiz. „Aber Langenhagen wird immer an erster Stelle stehen“, sagt der 32-Jährige. Denn hier fing durch Initiative des Kontaktbeamten Dirk Schell alles an. Christoph Rickels sagt: „Es tut mir gut von meinem Leid zu erzählen. Es baut mich auf.“ Er hat dankbare Zuhörer unter den Schülern, regt sie mit seinen mahnenden, aber niemals oberlehrerhaften Worten zum Nachdenken an. Rickels bewegt etwas über die emotionale Basis, selbst unruhige Schüler hängen an seinen Lippen. Eine Mischung aus Emotion und Augenhöhe ohne mahnenden Zeigefinger. Die Kinder sind wie ausgewechselt, haben nach dem Vortrag oft Tränen in den Augen. Rickels, der schon als „Botschafter für Demokratie und Toleranz ausgezeichnet worden ist: „Ich zeige ihnen, dass unsere Welt nicht so ist, wie wir sie haben wollen. Wenn es cool ist, sich die Hand zu reichen, haben Schläger keine Chance.“ Damit das Projekt, das mit etwa 10.000 Euro im Jahr zu Buche schlägt, weitergehen kann, langfristig Bestand hat, werden Paten gesucht. Etwa 28, die das nachhaltige Projekt mit jeweils 350 Euro unterstützen. Wer helfen will, melde sich gern bei Justyna Scharlé, Vorsitzende des Präventionsrates, unter der Telefonnummer (0511) 73 07-91 08 oder unter praeventionsrat@langenhagen.de.