Wenn nur der Antragsteller mit Ja stimmt

Professionell votierten die Schülerinnen und Schüler mit ihren Stimmkarten. (Foto: O. Krebs)

Themen wie Schulneubau, Pausenklingel und Mülltonnen bewegten die Schüler

Langenhagen (ok). Es war bei den 14- bis 16-Jährigen wie im richtigen Leben, teilweise ging es in der Ratssitzung richtig heiß her; die Argumente wurden ausgetauscht, die eigene Meinung vehement verteidigt. Der Ratsvorsitzende Andreas Friedrich forderte mehrmals Sitzungsdisziplin ein; von seinem Hausrecht musste er allerdings nicht Gebrauch machen. Etwa 90 Jugendliche von IGS Langenhagen, Gymnasium und Robert-Koch-Realschule waren bei der fiktiven Sitzung des Rates im Planspiel „Pimp Your Town!“ dabei, hatten in den beiden zuvor die Sitzungsdrucksachen in den einzelnen Ausschüssen akribisch vorbereitet. 18 Tagesordnungspunkte standen dann letztendlich zur Diskussion, und vor allen Dingen bei der Debatte um den Neubau des Gymnasiums ging es dann richtig zur Sache. Mehr Computerräume, eine moderne Küche, Tablets in den Klassenzimmern – der Antrag des Gymnasiums, das ja an der Pferderennbahn neu gebaut werden soll, war schon umfassend. Das Argument für die moderne Küche: 100.000 Euro fielen bei einer Gesamtsumme von 70 Millionen Euro nicht weiter ins Gewicht. Container seien nicht nachhaltig, ein Schritt in die Zukunft solle gewagt werden. Für die Schüler der IGS und der RKS ein Schritt zu viel und vor allen Dingen zu schnell. Sie fühlten sich benachteiligt. „Wir wollen schon seit zehn Jahren eine neue Schule haben“, sagte IGS-Achtklässler Johannes. Wasilius aus der Robert-Koch-Realschule sieht eher großen Sanierungsbedarf in seiner Schule, dort gebe es schon Löcher in den Decken und Wänden. Erst, wenn diese Renovierungsarbeiten abgeschlossen seien, könne an neuen Smartboards oder Tablets gedacht werden. Sonst könne in Langenhagen in den nächsten zehn Jahren gar nichts mehr passieren. Und auch Bent Ole aus der IGS fand, dass die Forderung nach einem schnellen Bau einfach frech sei. Die Redner des Gymnasiums hielten dagegen, dass die Schule ja bereits schon geplant sei. Letztendlich setzten sie sich mit ihrem Antrag aber nicht gegen die anderen beiden Schulen durch. Das Ergebnis: 24 Ja-, 44 Neinstimmen und eine Enthaltung. Kurios die Abstimmung über den Bau neuer Jugendzentren. Die Mehrzahl der jugendlichen Sitzungsteilnehmer war der Ansicht, dass es genug Jugendzentren in Langenhagen gebe, dort noch erweitert werden könne. Letztendlich war Antragsteller Timo von der IGS Langenhagen der Einzige, der mit ja stimmte und hatte 61 Neinstimmen und 13 Enthaltungen gegen sich.
Lang diskutiert wurde auch über die Einführung einer Klingel oder Pausenglocke am Gymnasium. Die Begründung der Antragstellerin Sara. So kämen alle pünktlich zum Unterricht; Verspätungen würden vermieden und die Pause könne genossen werden. Die Gegner des Antrags argumentierten, sie würden durch den Ton gestört, vor allen Dingen bei Arbeiten. Denn IGS und Gymnasium hätten unterschiedliche Pausenzeiten. Außerdem sei ja jeder in der Lage, sich eine Armbanduhr zu kaufen und die Uhr zu lesen. Darüber hinaus hänge ja in der Mensa eine Uhr, sodass die Schüler planen könnten. Die Gymnasiasten führten allerdings das Argument des weiteren Weges ins Containerdorf ins Feld. Die Begründung: „Es gehört einfach dazu, eine Klingel zu haben“, setzte sich letztendlich durch. 31 Ja-, 17 Neinstimmen und 27 Enthaltungen – so lautete das Abstimmungsergebnis in Sachen Klingel oder Pausenglocke.
Bei der Forderung nach mehr Klassenfahrten setzten sich diejenigen durch, die die Konzentration der Lehrer auf den Unterricht präferierten. Das Ergebnis: 14 Ja-, 19 Neinstimmen bei null Enthaltungen. Die Forderung nach mehr Mülleimern nahm das Plenum mit überwältigender Mehrheit an; die Allermeisten empfanden diese Investition nicht als überflüssig. Das Ergebnis: 65 Ja- und fünf Neinstimmen bei neun Enthaltungen.