Wenn Radfahrer falsch unterwegs sind

Machten die Fahrradfahrer auf ihr Fehlverhalten aufmerksam: Polizeioberkommissar Stephan Dobewall und Polizeikommissarin Emma Groß vom Kommissariat Langenhagen. (Foto: O. Krebs)

Polizei nimmt schwächere Verkehrsteilnehmer genau unter die Lupe

Langenhagen (ok). Fahrradfahrer, die kreuz und quer durch die Gegend fahren: Viele Autofahrer beschweren sich über diese Spezies,  mit der sie die Straße teilen. Nun: Bei der Schwerpunktkontrolle der Polizei hielt sich die überwiegende Mehrzahl der Radler an die geltenden Vorschriften, aber ein paar waren dann doch auf der falschen - nämlich der in Fahrtrichtung linken Seite - unterwegs. Stephan Dobewall und seine Kollegin Emma Groß, die mit mehreren Kollegen vor allen Dingen auf der Walsroder Straße unterwegs waren, sprachen die Verkehrssünder direkt auf ihr Fehlverhalten hin. "Es kann zu schweren Verkehrsunfällen kommen, bei denen der Fahrradfahrer meistens der Leidtragende ist", sagt Dobewell. Genauso wie beim Fahrradfahren mit Handy oder zu lauten Kopfhörern. Bei der Belehrung blieb es aber nicht, am Ende des Gespräches waren dann auch noch 20 Euro Verwarngeld fällig. Nur bei Kindern und Jugendlichen machten die Ordnungshüter eine Ausnahme, wirkten lediglich verkehrserzieherisch auf die Mädchen und Jungen ein. Dobewall: "Es muss ja das richtige Augenmaß bewahrt werden." Schlimme Folgen könne auch das Fahren ohne Helm haben und natürlich bei Dämmerung oder Dunkelheit fehlendes Licht am Zweirad. Radfahrer kämen im Gegenverkehr, bei einbiegenden Autos oder eben auf der linken Fahrbahn als schwächere Verkehrsteilnehmer oft in heikle Situationen. Die Polizei hat deshalb auch die Karl-Kellner-Straße, die als Fahrradstraße ausgewiesen ist, genau unter die Lupe genommen.
Bei der gestrigen Schwerpunktkontrolle, bei der auch die Fahrradstaffel aus Hannover im Einsatz waren, wurden 83 Fahrräder -  davon ein Pedelec - überprüft. Insgesamt wurden 78 Verkehrsverstöße inklusive Verwarnungen festgestellt. Der eindeutige Schwerpunkt der
Verstöße lag hier bei den „Geisterfahrern im Radverkehr.“ Der Radweg
wurde in 57 Fällen in falscher Richtung benutzt.  In elf Fällen kam es zu Vorfahrtsverletzungen - auch Rotlichtverstöße.  Des Weiteren wurden Ordnungswidrigkeiten wie die Benutzung des Mobiltelefons während der Fahrt, Beeinträchtigung des Gehörs durch
Kopfhörer und freihändiges Fahren geahndet.