Wenn's beim Weizen knifflig wird

Blick von oben aus der Bockwindmühle. (Foto: D. Lange)

Mühlenfest in Kaltenweide vor malerischer Kulisse

Kaltenweide (dl). Bei strahlendem Sommerwetter war das kleine, ländlich-familiäre Mühlenfest in Kaltenweide vor der Kulisse der über 400 Jahre alten Bockwindmühle einmal mehr ein unwiderstehlicher Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher. Das unter Denkmalschutz stehende Wahrzeichen des Ortes von 1602 stand einst im Raum Bissendorf und wurde 1878 an seinen heutigen Standort versetzt. Sie befindet sich im Besitz von Charlotte und Dieter Holzhausen und wird von den Eignern samt Grundstück alle zwei Jahre eigens für das Mühlenfest geöffnet. Traditionell beginnt das Fest um 10 Uhr mit einem Freiluft-Gottesdienst der Matthias-Claudius-Kirchengemeinde. Besucher, die mehr über die Mühle und deren wechselvolle Geschichte erfahren wollten, nahmen an den Führungen des Bürgervereins Kaltenweide durch das Baudenkmal teil. Dazu gehörte auch ein Getreide-Ratespiel. In diversen Schaukästen befinden sich verschiedene Getreidesorten, die die Besucher zuordnen und benennen sollten. Bei Gerste, Weizen und Hafer klappt das noch ganz gut. Kniflig wird es, wenn es gilt, Sommer- und Winterweizen auseinander zu halten. Ins Leben gerufen wurde das Mühlenfest ursprünglich vom Kaltenweider CDU-Ortsverband, später übernahm die Ortsarbeitsgruppe (OAG), ein 1989 gegründeter Zusammenschluss der Kaltenweider Vereine die Regie. Neben dem Bürgerverein waren die Pflügergemeinschaft, die AWO, das DRK, die Feuerwehr und der Schützenverein dabei sowie der Treckerclub Kaltenweide, der Rundfahrten für die Besucher mit dem Planwagen anbot, gezogen von einem historischen Traktor von 1954. Ebenfalls mit von der Partie war der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide, das Musik- und Spielmannskorps Kaltenweide, Buck`s Backparadies und erstmalig die Kampfkunstschmiede, ein gemeinnütziger Verein zur Förderung des Sports, der Gesundheit und der Lehre asiatischer Kampf- und Lebenskunst. Was damit gemeint ist, zeigten die Aktiven des Vereins in kurzen Vorführungen. Feste dieser Art, die von den Vereinen organisiert werden, bieten häufig auch in kulinarischer Hinsicht besonderes. So auch diesmal. Der Stand der AWO beispielsweise hatte, was eher ungewöhnlich ist, Schwarzbrot mit Matjes und Preißelbeeren im Angebot. Wer das Mühlenfest verpasst haben sollte, der hat den Sommer über dennoch jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr Gelegenheit, die Mühle zu besichtigen.