Wer zahlt für die Energieeffizienz?

Jahres-Halbzeitbericht zum Quartierskonzept Wiesenau

Langenhagen (gg). In der jüngsten Sitzung des Stadtplanungs- und Umweltausschusses gab Klaus von Ohlen, Abteilungsleiter des Sanierungsträgers BauBeCon einen Zwischenbericht zum Konzept Energetische Stadtsanierung Quartier Wiesenau. Dieses Konzept wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit 65 Prozent bezuschusst und kostet 120.000 Euro (Maximalbegrenzung), die von der KfW gezahlt werden, und zusätzlich 65.000 Euro Eigenanteil, der aus der Stadtkasse geleistet werden muss.
Dafür werden Sanierungsmaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz geplant. Ziele sind die Senkung des Energieverbrauchs, die Steigerung der regenerativen Energieerzeugung, eine städtebauliche und funktionelle Aufwertung, eine sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung (Modernisierung des Gebäudebestands Beseitigung von Leerständen), eine Erneuerung der Infrastruktur insbesondere zur Wärmeversorgung und eine nachhaltige Entwicklung der Verkehrsstruktur. Die Stadtverwaltung hat drei Unternehmen mit der Konzepterstellung beauftragt: BauBeCon Sanierungsträger GmbH aus Bremen, BEKS aus Bremen und Infraplan aus Celle.
Zur Erstellung und Umsetzung des Konzeptes wird das Quartier analysiert und die Potenziale zur Verbesserung der Ausgangssituation werden ermittelt. Mit den sich daraus ergebenden Ergebnissen wird ein Katalog mit geeigneten Maßnahmen erstellt, um die Verwirklichung der Klimaschutz-Ziele und deren Umsetzung einzuleiten.
Von Ohlen bestätigte zur Halbjahresbilanz, dass der Ist-Zustand im Quartier Wiesenau nun erhoben ist. „Alle relevanten Daten für die Quartiersananlyse wurden mühselig erhoben“, erklärte er zu den Bereichen Gebäude, Netze und Mobilität. Eine Koordinierungsrunde wurde gebildet, ein zweites Gespräch mit den Bewohner und Eigentümern soll in wenigen Wochen stattfinden. Zu einer ersten Bürgerversammlung im vergangenen Herbst waren 30 Anlieger erschienen. „Das ist eine geringe Beteiligung, wenn man sieht, dass es sich im Quartier um 1.260 Haushalte handelt“, fragte Wolfgang Langrehr (SPD) nach. „Für die nächste Bürgerversammlung werden wir für mehr Bekanntmachung sorgen“, kündigte Stadtbaurat Carsten Hettwer an.
Klar sei schon jetzt, dass die Energieeffizienzmaßnahmen eine Investitionsbereitschaft der Eigentümer erfordern wird, beispielsweise für den Austausch 20 Jahre alter Heizkessel. „Ein schwieriges Thema“ angesichts der Überalterung der Wiesenau-Bewohner, so die Einschätzung der Ausschuss-Mitglieder aller Fraktionen. "Dass es für diese Investitionen weitere finanzielle Förderungen geben wird, ist ungewiss, eine Hoffnung darauf gibt es noch", erklärte Hettwer.