„Wie ein kleiner Oscar“

Marco Brunotte (von links), Caren Marks und Ursula Schöndeling vor „Oma und Opa Kabisch“, dem Kunstwerk von Heike Kabisch. Foto: L. Schweckendiek

Marco Brunotte und Caren Marks besuchen Kunstverein

Langenhagen (ls). An_Eignungen. So nennt sich die aktuelle Ausstellung des Kunstvereins Langenhagen, die der SPD-Landtagsabgeordnete Marco Brunotte und seine Kollegin aus dem Bundestag, Caren Marks, jetzt zu sehen bekamen. Sie sollte die Frage beantworten, was wir vor unserer eigenen Haustür entdecken können. Seit 30 Jahren besteht der Verein nun schon, zum ersten Mal wurde jetzt eine Ausstellung von der Stiftung Konfonds, der Stiftung Niedersachsen und der Stadt Langenhagen gesponsert. Bilder, die auf der ganzen Welt gesehen werden und von Stadt zu Stadt reisen, machen auch in Langenhagen einen Zwischenstopp, was nicht zuletzt durch das Engagement der Geschäftsführerin und künstlerischen Leiterin Ursula Schöndeling möglich wurde. Die Kunst von Heike Kabisch, die ihre Großeltern an einem Brunnen dargestellt hat, warf dann aber doch Fragen auf: „Und wie ist der hier herein gekommen?“, hakte Vorstandsmitglied Ilka Schulze nach. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. So fand der Brunnen seinen durch die Tür. „Wäre das Becken zwei Zentimeter tiefer gewesen hätten wir die Scheibe rausnehmen und das Fenster nutzen müssen“, erzählt ein weiteres Vorstandsmitglied, Arno Auer. Diskutiert wurde auch über die Jugend, denn obwohl der Verein es sich zur Aufgabe gemacht hat, Jung und Alt in der Kunst zu vereinen, fänden Jugendliche doch seltener den Weg hierher. Caren Marks kennt den Grund für dieses Problem: „Das strikte Lernen und Studieren, das durch das Turboabi gefordert wird, lässt keine Zeit und keinen Raum für Kunst. Weder in der Schule, noch in der Freizeit.“ Deshalb investiert der Kunstverein Langenhagen viel Zeit in Kooperationen mit der Leibnizuniversität Hannover, diverse Schulen in Langenhagen sowie dem Haus der Jugend und der VHS, um Jugendlichen einen Weg zur Kunst zu bahnen. Die Ausstellungsräume bieten außerdem genug Platz für Nachwuchstalente, ihre Werke einem Publikum sichtbar zu machen. Nach dem Motto „Kunst aus aller Welt direkt vor unserer Haustür“ hat der Verein außerdem einen Präsentationsraum in der Kapelle des Eichenparks und für den Sommer einen Laden in der Europamarkthalle gemietet sowie Verbindungen zum Mehrgenerationenhaus und dem Stadtarchiv. Für die Möglichkeit eines so breit gefächerten Publikums wurde der Kunstverein Langenhagen auch belohnt. Eva Schatter erzählt stolz: „Wir haben 2010 am ADKV-Preis für Kunstvereine teilgenommen. Die Künstler nominieren hierbei die Vereine, insgesamt gibt es zehn Nominierte aus ganz Deutschland.“ Auch wenn sie nicht den ersten Platz gemacht haben, sind die Mitglieder sehr zufrieden mit sich. „Schon die Nominierung war wie ein kleiner Oscar für uns“, so Schatter weiter. Marco Brunotte sprach den noch dazu nahezu perfekten Standort der Galerie an. „Der Kunstverein liegt im Knotenpunkt Langenhagens und dazu noch im Kulturdreieck. Mit der Musikschule und dem Haus der Jugend bietet es jede Menge Raum, sich künstlerisch zu entfalten.“ Trotzdem sieht sich der Vorstand noch in der Pflicht, den Verein weiter zu streuen. Zu der Frage nach zukünftigen Plänen sagt Ursula Schöndeling: „Wir wollen mit Kunst im Freien dafür sorgen, dass die Hemmschwelle sich mit den Werken auseinanderzusetzen, gebrochen wird. Die Kunst soll zu den Menschen kommen.“ Und vielleicht sieht man dann ja doch irgendwann den „großen Oskar“ der Kunstvereine im Schaufenster stehen.