Wie teuer wird die Inklusion?

Stabstelle schätzt Umbaukosten an Schulen

Langenhagen (gg). Man will gerüstet sein: Ab dem Schuljahr 2012/13 beginnt die so genannte Inklusion an allen Schulen landesweit, natürlich auch in Langenhagen. Mit dem Begriff umschreibt die Landesregierung eine Vorgabe: barrierefreien und gleichberechtigten Zugang zu Schulen sollen alle Schüler haben, auch die, die eine Behinderung haben. Behindertengerecht sind die baulichen Gegebenheiten an Schulen im allgemeinen nicht. Treppen, Türen, WC-Anlagen sind beispielsweise nicht für gehbehinderte Schüler selbstständig zu überwinden, für Seh- oder Hör-Behinderungen gibt es keine technischen Ausstattungen zur Unterrichtsunterstützung. Da diese Vorgabe bis spätestens August 2018 vollständig erfüllt sein muss, besteht Handlungsbedarf. Offen ist allerdings, in welchem Umfang. „Die Kommunen haben da viel Spielraum, die Landesregierung hat die Vorgabe nicht ausformuliert“, sagt Elke Thielmann-Dittert aus der Stabstelle Inklusion, die die Stadtverwaltung eingesetzt hat. Sie ermittelt eine Prioritätenliste der notwendigen Umbaumaßnahmen für einen behindertengerechten Zugang an Langenhagens Schulen. Das Problem: Für welche Art der Behinderung macht man den Umbau passend. Theoretisch soll die Inklusion für Schüler mit jeglicher Behinderung gelten. Das Spektrum ist aber sehr groß. „Unter den Rollstuhlfahrern können manche eine schwere Tür mit Armkraft noch bewegen, Muskelerkrankte haben da keine Chance“, erklärt Ratsmitlied Elvira Drescher, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, in der Sitzung des Stadtplanungsausschuss zum Bericht von Thielmann-Dittert. Aufklärung liefert Stadtbaurat Carsten Hettwer: „Ich bin gegen einen Umbau, der alle Handicaps absichert, da muss es flexible Lösungen geben. In der Brinker Schule existiert bereits ein Musterklassenraum.“ Zweifel, ob das funktioniert, haben die Schulleiter in verschiedenen Diskussionen bereits bekundet. Bereits Ermittelt hat die Stabstelle für die Friedrich-Ebert-Schule (Klasse fünf und sechs) notwendige Umbaukosten in Höhe von 10.000 Euro. Die Schätzung für das Schulzentrum gehen in die Hunderttausende, trotzdem dort entsprechende Einbauten bestehen. Dazu Karl-Heinz Dahlke in der Ausschuss-Sitzung: „Vor etwa 15 Jahren haben Waltraut Krückeberg und ich innerhalb von vier Wochen nur mit Spendengeldern die IGS so umbauen lassen, dass ein Schüler, der auf den Rollstuhl angewiesen war, nahezu barrierefreien Zugang hatte.“