Wir bleiben Kirche

Rosenmontag 2013: Die Narren in den Hochburgen des Karnevals fei-
ern ihren wichtigsten Tag im Jahr. Die Rosenmontagsumzüge haben wieder Tausende auf die Straßen oder vor die Fernseher gelockt. Der Alltag soll für sie erst wieder am Aschermittwoch beginnen, wenn -wie im Lied gesungen - „Alles vorbei“ ist. In diese Stimmung platzt die Nachricht: „Papst Benedikt XVI. hat seinen geplanten Rücktritt bekannt gegeben!“ Ein Faschingsscherz? Selbst die Nachrichtensprecher können ihren eigenen Worten nicht glauben und verweisen darauf, diese spektakuläre Meldung durch weitere Recherche abzusichern.
Doch schnell wird die Richtigkeit der Nachricht bestätigt. „Ab dem 28. Februar 2013 um 20 Uhr wird der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein.“ Einen freiwilligen Rücktritt hat es in der Geschichte der katholischen Kirche erst einmal gegeben – vor 700 Jahren. Wie wird es mit der Kirche weitergehen? Ge-
rade jetzt, in einer Zeit, wo vieles im Umbruch ist und das Ansehen der Kirche zum Beispiel durch die Missbrauchsskandale sehr beschädigt wurde. In der Kirche Deutschlands herrscht vielerorts eine „Kirchenmüdigkeit“ angesichts von wachsendem Glaubensmangel, nötigen Gemeindefusionen, Kirchenschließungen und häufig fehlender emotionaler Kirchenbindung. Doch wir dürfen auch die vorhandenen Aufbrüche innerhalb der Kirche nicht übersehen. Seit Donnerstag bis einschließlich heute findet im Convention Center auf dem Messegelände in Hannover der ökumenische Kongress „Kirche2“ statt. Evangelische und katholische Christen versuchen, Kirche von morgen zu entdecken. In Vorkonferenzen, Plenarveranstaltungen, Foren und Workshops wollen sie Bilder für die Zukunft unserer Kirchen entwerfen.
„Ihr gemeinsames Anliegen ist es, aufzuspüren, wie Menschen im 21. Jahrhundert die Lebenskraft des Evangeliums entdecken können“, so die Veranstalter. Ein guter Anfang, Kirche zu leben. Auch, wenn „wir“ bald nicht mehr Papst sind, so sollten wir uns bewusst machen und zeigen: „Wir bleiben Kirche!“

Wolfgang Frost, Gemeindereferent