„Wir gehören nun zusammen“

Empfang für Eingebürgerte als Premiere

Langenhagen (gg). Erstmalig hat die Stadtverwaltung einen feierlichen Empfang für Eingebürgerte ausgerichtet. Auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragten Anne Kirchenbüchler wurden nahezu alle der 118 Bürgerinnen und Bürgern, die in Langenhagen wohnen und die im letzten Jahr eingebürgert und in einer Feierstunde im Hannoverschen Rathaus begrüßt wurden, zu der geschlossenen Veranstaltung im Langenhagener Ratssaal, ohne Zugang für die Öffentlichkeit, eingeladen. Nur wenige Eingebürgerte haben an der Feierstunde teilgenommen, brachten aber auch Familienmitglieder mit, so dass etwa 22 Teilnehmer aus sieben Nationen dabei waren.
Ihre Anerkennung für die Idee eines Einbürgerungs-Empfangs auf Gemeinde-Ebene drückte die Niedersächsische Ministerin für Soziales Aygül Özkan in ihren Grußworten vor Ort aus: „Danke, dass sie diese Feierstunde gewagt haben. Die Erfahrung zeigt, dass Veranstaltungen dieser Art erst nach der Premiere entsprechende Aufmerksamkeit bekommen.“ Die Würdigung der Entscheidung der Eingebürgerten, die den Pass ihres Herkunftslandes abgegeben haben, um einen Deutschen Pass zu erhalten, bekomme mit der Feierstunde einen Rahmen, so die Ministerin. „Wir gehören nun zusammen“, so die Formulierung von Bürgermeister Friedhelm Fischer zur Bedeutung der Einbürgerung. Er sieht wie die Ministerin die Chancen für die Gesellschaft und spricht die Eingebürgerten direkt an: „Ihre Fähigkeiten sind eine Bereicherung, Zielstrebigkeit bringt die Gemeinschaft voran.“ Der einzelne soll nicht die Kultur seines Herkunftslandes aufgeben. „Die Vielfalt bereichert, interkulturelle Fähigkeit ist ein Vorteil, den man für den eigenen beruflichen Werdegang nutzen kann“, erklärt Özkan und nimmt Bezug zu ihren persönlichen Erfahrungen nach ihrer Einbürgerung vor 19 Jahren und weiter, „ich wollte, dass mir alle Wege offen stehen.“ Zustimmung im Gespräch mit den Eingebürgerten, darunter Damla Döneu, Fadime Özmen, Sodaba Rahimza und Hüseyin Yatabei, die genau das als ihre Motivation für die Einbürgerung beschreiben: „Das Leben in Deutschland ist einfacher, wenn man einen Personalausweis vorzeigen kann.“ Eine zusätzliche Bereicherung für die Feierstunde war der musikalische Beitrag von Eiko van Arens am Klavier und an der Gitarre, der zusammen mit seiner Frau, Sopranistin Francisca Prudencio aus Chile, Lieder und eigene Kompositionen rund um das Thema Herkunft und Heimat vortrug.