„Wir haben nicht gewusst, auf was wir uns da einlassen“

Brigitte Eder (links) und Renate Kammeyer stellen ihr Projekt Schwimmunterricht für Kinder und Jugendliche aus Migrantenfamilien vor. (Foto: D. Lange)

Lions Club unterstützt Schwimmunterricht für Langenhagener Migrantenkinder

Langenhagen (dl). Laut einer FORSA-Umfrage im Auftrag der Deutschen-Lebens-Rettungs- Gesellschaft (DLRG) aus dem Jahr 2017 können rund 60 Prozent der acht-bis zehnjährigen Kinder in Deutschland nicht oder nicht richtig schwimmen. Die Zahlen mögen schwanken, aber das Problem bleibt und die Gründe dafür sind vielfältig: mangelnde Unterstützung der Kinder seitens der Eltern, zu wenig Schwimmbäder und fehlender Schwimmunterricht in den Grundschulen aufgrund organisatorischer Probleme einerseits. Dazu kommem teils hohe Eintrittspreise in den Bädern, lange Anfahrtswege sowie Kosten für privaten Schwimmunterricht, was besonders für viele sozial und finanziell benachteiligte Familien nur allzu oft eine unüberwindbare Hürde darstellt. Gleiches gilt für Kinder und Jugendliche aus Migrantenfamilien, nur dass hier noch Unterschiede in der Mentalität, bedingt durch die große Vielfalt bezüglich ihrer kulturrellen Herkunft hinzu kommen sowie nicht zuletzt psychische Belastungsfaktoren aufgrund traumatischer Erlebnisse sowohl in ihrer Heimat als auch auf ihrem Weg nach Deutschland. Sie kommen aus Syrien, dem Libanon, Irak, Afghanistan, Senegal und Albanien. Um diese Menschen kümmert sich in Langenhagen mit Brigitte Eder und Renate Kammeyer eine ehrenamtliche Initiative, die den Kindern und Jugendlichen seit drei Jahren privaten Schwimmunterricht erteilt. Die beiden ehemaligen Pädagogen, Renate Kammeyer war Sportlehrein und Brigitte Eder unterrichtete an der Gutzmannschule, hatten bisher alle anfallenden Kosten selbst aufgebracht, kamen aber an einen Punkt, an dem sie die Initiative aus finanziellen Gründen hätten einstellen müssen. „Uns war am Anfang nicht ganz klar, auf was wir uns da einlassen“ lautete das freimütige Eingeständnis der beiden Frauen. An dieser Stelle entstand der Kontakt zum Lions Club Hannover Hohes Ufer und dessen Projekt „Lichtschwimmer“ mit dem Ziel, sozial benachteiligten Kindern die Chance zu geben, Schwimmen zu lernen. Neben dem Erlernen dieser lebensrettenden Fähigkeit geht es den Initatoren auch um soziale Lernziele wie Integration, Rücksichtnahme oder respektvollen Umgang miteinander. Im Rahmen seines Sponsorentreffens im Seehaus in Isernhagen hatte der Lions Club Brigitte Eder und Renate Kammeyer dazu eingeladen, ihr Projekt des privaten Schwimmunterrichts in Langenhagen für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund den anwesenden Mitgliedern und Gästen vorzustellen. Der Club und seine Mitglieder, darunter Anwälte, Ingenieure, Architekten, Kaufleute, Finanz- und Unternehmensberater, versteht sich als Förderverein zur Unterstützung benachteiligter Kinder. Daher waren neben Eder und Kammeyer auch Vertreter weiterer sozialer Projekte, die vom Lions Club gefördert werden, dazu eingeladen, für ihre Initiativen die Werbetrommel zu rühren.