"Wir schauen mit Sorge auf die kommenden Wochen"

IGS-Schüler wehren sich gegen Wechsel ins Szenario A

Langenhagen (ok). Die IGS Langenhagen ist am Dienstag wieder ins Szenario A. Nicht mehr halbe Klassenstärke abwechselnd, sondern volle Klassenstärke. Die Schülervertretung der Gesamtschule hat kein Verständnis für den Wechsel und macht das in einem Schreiben an Kultusminister Grant Hendrik Tonne auch deutlich. Das Szenario B habe in der vergangenen Woche gut funiktioniert; jetzt steige der Inzidenzwert wieder. Karlotta Hamburg aus dem zehnten Jahrgang sagt: "Wir schauen mit Sorge auf die kommenden Wochen, wenn alle Schüler wieder in einem Klassenraum zusammensitzen."  Trotz ständigen Lüftens und Tragen von Masken verteilten sich die Aerosole. Nicht zuletzt, weil die Klassenräume nicht sonderlich groß seien. Viele hätten Risikopatienten in ihren Familien, manche überlegten jetzt sogar, die Kinder aus dem Unterricht zu nehmen. Und es gebe auch nicht wenige Schüler, die sich in Kleingruppen besser konzentrieren könnten. als in der ganzen Klasse. Der Online-Unterricht funktioniere über das Schulnetzwerk I-Serv mittlerweile sehr gut. Die Schülervertretung fragt den Kultusminister, ob es bei so einer hohen Zahl an Infizierten in der Stadt zu verantworten sei, alle Schüler wieder gleichzeitig in die Schule zu schicken. Auch in den vollen Bussen sei wieder mit einem weiteren Anstieg der Inffektionen zu rechnen. Bildung sei wichtig, aber Sicherheit für alle in dieser besonderen Situation auch. Für Schüler, Eltern, Großeltern, Geschwister sowie alle sonstigen Verwandten und Freunde. Unterstützung erfahren die Jugendlichen bei ihrem Vorhaben von den Elternvertretern.
Und Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat geantwortet und zusätzliche Finanzmittel in Aussicht gestellt. So können die Schulen zusätzliches Personal einstellen, das in der Verwaltung, bei der Aufsicht, der Betreuung oder Im Unterricht mithelfen soll. Hierfür gibt es 25 Millionen Euro. Die Schulen bekommen 20 Millionen Euro für FFP2-Masken für Lehrkräfte, Plexiglaswände oder Co2-Lüftungsampeln. 30 Millionen Euro gibt es für die Kommunen für zusätzliche Busse und Bahnen. Der Rahmen-Hygieneplan sei überarbeitet worden. Auf eine Mund-Nase-Bedeckung kann im Sportunterricht oder bei längeren Klausuren aus Sicht des Kultusministeriums verzichtet werden, wenn die Abstände ausreichend gewahrt werden können. Tonne dankt den Kirchen, die so genannte Lernräume zur Verfügung stellen. Von der Idee, die Weihnachtsferien wegen längerer Quarantäne vorzuziehen, nimmt Tonne Abstand. Der Zeitraum reiche laut Landesgesundheitsamt nicht aus, da eine Infektion innerhalb von 14 Tagen weitergegeben werden könne.Überhaupt könne das Kultusministeruim nur den rechtlichen und organisatorischen Rahmen bilden, Gesundheitsämter aber nicht anweisen, Maßnahmen anzuordnen oder aufzuheben. Es gelte jeweiligen Zuständigkeiten zu respektieren und durch regelmäßige Kommunikation und konstruktive Zusammenarbeit auf allen Ebenen zu gemeinsamen Problemlösungen zu kommen.
Aber gerade diese konstruktive Zusammenarbeit auf allen Ebenen sieht der Jahrgang 13 der IGS Langenhagen nicht, hat jetzt eine Online-Petition gestartet. Aus Sicht der angehenden Abiturienten bleiben die Schulen ohne vernünftiges Konzept offen, Schüler fühlten sich nicht mehr sicher und auch Lehrer hätten Bedenken. Die Heranwachsenden fordern einen Wechsel ins Szenario B über die Wintermonate bis Februar, spricht Klassen und Kurse werden halbiert, ein Wechsel zwischen Präsenz. und Fernunterricht findet statt. Danach sollten die Schulleiter bei einem Inzidenzwert größer als 100 nach den Wintermonaten selbst reagieren dürfen. Können sie das Infektionsgeschehen an ihrer Schule doch am besten beurteilen und Infektionsketten unterbinden. Die Vorteile dieser Vorgehensweise liegen für die Schüler auf der Hand: Entlastung der Gesundheitsämter, Entlastung der Schulen, geringeres Infektionsgeschehen sowie bessere Kontrolle der Infektionsketten und schnellere Reaktionen auf einen Verdachtsfall. Darüber hinaus keine überfüllten Schulbusse, Mindestabstand in Räumen möglich, bessere Kontrolle der Hygieneregeln, feste Pausenbereiche für Jahrgänge, sicherer Sportunterricht, keine überfüllten Toiletten und ein Einbahnstraßensystem auf den Schulgängen.