"Wir sind die Diener, nicht die Herren"

Abschied mit ein wenig Wehmut: Knut Helwig (von links), Michael Bechtloff, Joachim Balk, Ingrid Otto, Marco Kurz, Karin-Petra Behrens, Thomas Müller, Ulrich Müller, Andreas Hafner, Roland Bretschneider und Wolfgang Kuschel gehören dem Rat der Stadt Langenhagen nicht mehr an.Foto: O. Krebs

Ehrennadeln in Silber und Gold für verdiente Ratsmitglieder

Langenhagen (ok). Ein Neubeginn ist oft auch mit einem Abschied verbunden – so auch in der konstituierenden Ratssitzung am Montagabend in der Aula des Schulzentrums. Joachim Balk, Michael Bechtloff, Karin-Petra Behrens, Roland Bretschneider, Andreas Hafner, Knut Helwig, Marco Kurz, Thomas und Ulrich Müller sowie die am Montagabend nicht anwesenden Barbara Merkel und Sven Lindner werden dem Rat in der neuen Legislaturperiode nicht mehr angehören. Genauso wie Ingrid Otto und Wolfgang Kuschel. Beide waren zehn Jahre lang dabei, für dieses Engagement auf kommunalpolitischer Ebene steckte Bürgermeister Friedhelm Fischer ihnen die silberne Ehrennadel ans Revers. Silber gab's auch für Lutz Döpke, Renate Friedrich, Reinhard Grabowsky, Heinrich Kohne, Gudrun Mennecke und Bärbel Michaelis. Bereits seit 1991 mit von der Partie im Rat der Stadt Langenhagen: Karl-Heinz Dahlke, Bernhard Döhner und Gesine Saft, die auch in dieser Legislaturperiode politisch wieder kräftig mitmischen. Als Anerkennung zeichnete Friedhelm Fischer das Trio mit der Ehrennadel in Gold aus.
Im Mittelpunkt der konstituierenden Sitzung standen die Wahlen. Zunächst einmal musste die Position des Ratsvorsitzenden besetzt werden. 42 der 43 Stimmen entfielen auf die Engelbostelerin Gudrun Mennecke, die die Sitzungsleitung von Willi Minne übernahm. Der "Alterspräsident" hatte zu Beginn des langen Abends – die Ratssitzung dauerte mit Unterbrechungen fünf Stunden – deutliche Worte gefunden: Bei einer Wahlbeteiligung von nur 47 Prozent hätten 21.733 Langenhagenerinnen und Langenhagener von ihrem Stimmrecht keinen Gebrauch gemacht. Minne: "Zufriedenheit mit der zurückliegenden Arbeit des Rates vermag ich jedenfalls beim besten Willen aus den Ergebnissen des Urnenganges nicht herauslesen." Und weiter: "Denken wir über den Stil unserer Arbeit nach. Wir haben gemeinsame Verantwortung für diese Stadt zu übernehmen, egal in welchem politischen Lager wir stehen." Das Ziel, die Wohlfahrt der Stadt, dürfe nicht aus den Augen verloren werden. "Wir haben kein Recht, den Bürger zu bevormunden. Wir sind die Diener, nicht die Herren."
Gudrun Mennecke bekam im Verlauf des Abends aber noch einen Herrn an ihre Seite. Der Grüne Michael Horn wurde mit 39 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung und drei Nein-Stimmen zum stellvertretenden Ratsvorsitzenden gewählt; 2. Stellvertreter ist jetzt Wolfgang Langrehr mit einem Ergebnis von 39 Ja- und vier Nein-Stimmen.
Fehlen noch die Stellvertreter von Bürgermeister Friedhelm Fischer: Der 1. Stellvertreter ist ein alter Bekannter und muss in den abgelaufenen fünf Jahren durch die Bank weg überzeugt haben. Mit einem Traumergebnis von 100 Prozent (43 von 43 abgegebenen Stimmen) wird Willi Minne das Amt weitere fünf Jahre bekleiden. Die 2. stellvertretende Bürgermeisterin heißt Ulrike Jagau. Ihr Ergebnis: 39 Ja- und eine Nein-Stimme bei drei Enthaltungen. Weiterhin 3. Stellvertreterin bleibt Renate Friedrich, auf die 30 Ja- und elf Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen entfielen.