Wirtschaftsklub spendiert zehn Laptops für Schüler

Jörg Kleczka (von links) und Andreas Schilling vom Wirtschaftsklub überreichen Johanna Jakubovics und Aykut Ilaslan vom Sozialamt zehn Laptops für bedürftige Schüler.

Sechst- und Siebtklässler werden mit 5.000 Euro unterstützt

Langenhagen. Mit Laptops unterstützt der Wirtschaftsklub ab dem neuen Schuljahr zehn Jungen und Mädchen, die in der sechsten oder siebten Klasse lernen und dringend ein solches Gerät benötigen. „Es gibt Familien, die wir betreuen, die bislang bei der Förderung nicht berücksichtigt wurden“, sagt Aykut Ilaslan, Koordinator Allgemeine Sozialberatung im Sozialamt.
Sie würden beispielsweise keine Leistungen vom Jobcenter erhalten, weil sie gerade so mit ihrem Einkommen über der jeweiligen Grenze lägen. Oder in der Familie lebten mehrere schulpflichtige Kinder, die sich einen Computer bisher teilen mussten. Hinzu komme, dass das Jobcenter inzwischen besondere Bescheinigungen von Schulen anforderten, dass ein Laptop notwendig sei – was wiederum den Kauf verzögere. „Einige unserer Schüler haben im Homeschooling nur das Handy des Vaters nutzen können, um am Unterricht teilnehmen zu können“, ergänzt Johanna Jakubovics, Koordinatorin Asyl- und Flüchtlingsberatung im Sozialamt. Andere hätten sich Geräte von Nachbarn ausgeliehen, um möglichst den Anschluss nicht zu verlieren. Aufgrund der finanziellen Lage seien die Familien nicht in der Lage, sich selbst einen Laptop zu kaufen.
Diese Lücke schließt nun der lokale Unternehmerverband, dessen Mitglieder gezielt lernwillige Kinder und engagierte Eltern in den beiden Klassenstufen unterstützen. „Wir übergeben die Geräte als Dauerleihgabe, sie bleiben bis zum Schulabschluss bei den Kindern und sichern so die Nachhaltigkeit“, sagt Andreas Schilling, der das Projekt „IT für Kids“ im Wirtschaftsklub leitet. Mit einem Vertrag sichern die Familien zu, dass die Nutzung ausschließlich durch den Begünstigten erlaubt ist. Nach Aussage Schillings fiel die Wahl auf die beiden Klassenstufen, weil deren Schüler zunehmend Präsentationen erstellen müssen – ohne digitale Endgeräte sei das aber kaum möglich. „Das Homeschooling hat diese Anforderung noch verstärkt“, sagt er.
Noch vor dem Ende der Sommerferien werden Ilaslan und Jakubovics die Laptops übergeben und eine kurze Schulung organisieren. In vielen Unterkünften habe die Stadt zudem die Versorgung mit Internet und WLAN vorangetrieben, sodass die Jungen und Mädchen die neue Hardware auch vernünftig nutzen könnten, sagt die Koordinatorin. Schilling ergänzt, dass es sich bei den Laptops um gebrauchte Geräte handele, die der Wirtschaftsklub runderneuern und mit den notwendigen Programmen bestücken lassen hat. „Die zehn Geräte sind sicherlich erst ein Einstieg“, sagt Jörg Kleczka vom Vorstand. Sollten beispielsweise Jugendliche beim Wechsel von der Schule zur Ausbildung noch Bedarf haben, würden die Mitgliedsunternehmen gern helfen: „Gerade die Ausbildung liegt vielen am Herzen.“
Eigentlich hätte der Wirtschaftsklub in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag groß gefeiert – doch die Corona-Pandemie verhindert eine Sause. Deshalb beteiligen sich mindestens 25 Mitgliedsunternehmen am Projekt „Grüner Faden“, bei dem sie nach Aussage von Vorstandsmitglied Jörg Kleczka den CO2-Ausstoß ihres Betriebes ermitteln lassen. Anschließend gehe es mit Hilfe von Experten darum, den Ausstoß zu reduzieren und für jenen Teil, der am Ende übrig bleibt, ökologischen einen Ausgleich zu schaffen. Mit diesem Thema beschäftigen sich die Firmenchefs auch beim nächsten Businessfrühstück am Donnerstag, 2. September, im Seehaus Isernhagen. „Das Treffen findet in jedem Fall im Freien statt“, sagt Kleczka und fügt hinzu, dass auch weitere Begegnungen open air geplant sind – möglicherweise als Walk-Talks wie zu Beginn dieses Jahres.
Für Freitag, 24. September, steht die Jahresversammlung im Maritim Airport Hotel an. Dort wählen die Mitglieder einen neuen Vorstand, der bisherige Vorsitzende Uwe Haster wird nicht mehr kandidieren. Mit Blick auf die vergangenen Monate bilanziert Kleczka, im Vorstand für die Finanzen zuständig, schon jetzt: „Glücklicherweise haben wir in der Pandemie nicht viele Mitglieder verloren, einige sind ausgetreten, andere hinzugekommen – wie in anderen Jahren auch.“