Wozu brauchst du Öl?

Die Schüler stellten sich den Herausforderungen des Alltags.

IGS -Achtklässler proben den Alltag

Langenhagen. „Das war wirklich spannend, mal so viel allein machen zu müssen ohne Erwachsene!“ So charakterisierten IGS-Schülerinnen und Schüler eine etwas andere Projektwoche.
Unter dem Thema “Herausforderungen des Alltags“ verbrachten die Achtklässler der IGS eine interessante Projektwoche. Ziel war es, die Schüler ganz praktisch auf das Leben vorzubereiten, selbständiges Handeln und die Übernahme von Verantwortung zu trainieren. So sollten sie die Gestaltung, Organisation und Durchführung verschiedener Unternehmungen eigenverantwortlich übernehmen. Die Lehrer blieben im Hintergrund und standen im Wesentlichen als Berater zur Seite. In den Klassen wurden Ausflüge selbst geplant, Anfahrtszeiten recherchiert, Ausgaben kalkuliert und die anschließende Dokumentation und Auswertung der Ausflüge wurde ebenfalls von den Schülern übernommen. Die Vorstellung beispielsweise der Lebensweise der Tiere im Zoo in englischer Sprache war da sicher schon eine kleine Herausforderung.
Dass Gruppenreisen frühzeitig überlegt und geplant werden müssen, hat die Klasse 8.6 beschäftigt: Die hatten sich nämlich die Planung der Abschlussfahrt in zwei Jahren vorgenommen. Verschiedene Angebote wurden eingeholt und durchgerechnet, die pädagogischen Auflagen seitens der Schule einbezogen und das Für und Wider der Ziele in der Klasse diskutiert. Selbst die 20-Kilometer-Wanderung rund um Langenhagen haben alle geschafft, auch wenn Janina findet: “Das war keine Herausforderung sondern eine Zumutung!“ Egal, denn das Wichtigste war, dass alle etwas geschafft haben, was sie sonst im Alltag niemals tun würden oder sich zutrauen.
Eine Klasse arbeitete im Projekt „Jugendwaldeinsatz“ zwei Wochen im Wald: Um 6 Uhr aufstehen, raus bei Wind und Wetter und das zwei Wochen- das ist schon eine große Herausforderung für die Jugendlichen! Die Klassengemeinschaft stärken, sich und seine Freunde in Schwächen und Stärken zu erleben und dazu noch auf Fernsehen, Handy und PC zu verzichten, das war für alle vielleicht sogar die größte Leistung. Die Lehrer Denise Türk, Hans-Helmut Neumann und Hans-Jörg Rock waren sich einig: Die gemeinsame Anstrengung bei der Waldarbeit und das Zusammenleben auf engem Raum haben die Klasse noch weiter zusammengeführt.
Weit ab von jedem Kiosk und Supermarkt haben sich die Schüle der 8.4 in der Lüneburger Heide beweisen müssen: In eigenen Häusern galt es, sich selbst zu verpflegen. Einkaufen ohne Auto und Bus, das Auskommen mit dem vorher ausgeteilten Haushaltsgeld, das Kochen und anschließende Abwaschen der Geschirrberge… das war schon eine größere Herausforderung. Die Gerichte der Schüler aber konnten sich sehen lassen! Pommes und Fastfood waren nicht erlaubt. So gab es viel Gemüse und Salat, Pfannkuchen, perfekt panierte Schnitzel, Mitternachtspudding, Rührei zum Frühstück, Kartoffeln perfekt geschält und natürlich auch Nudeln. Dass Fleisch nur mit Öl zu braten ist und Kartoffeln nach zwei Minuten noch nicht gar , haben Timur und Jan sehr schnell herausgefunden. Fabio sorgte sich um das Wohl seiner Mitbewohner:“ Jeder muss den Gurkensalat essen, ich habe ihn doch schließlich extra gemacht! Mag nicht, gibt’s nicht!“ Den Lehrern hat es geschmeckt, sie wurden von den Schülern zum Essen eingeladen, ganz unschädlich für die Haushaltskasse, denn sie haben schließlich für die Bewirtung bezahlt.
Als zum Schluss sogar weniger Energie trotz feucht-kühlem Wetter verbraucht wurde, außer zwei verloren gegangener Teelöffel kein Schaden entstanden ist und die von den Schülern gezahlte Kaution für das Haus zurückgezahlt wurde und somit der Klassenklasse zugutekommt, waren alle der Meinung: Eine tolle Klassenfahrt mit vielen neuen Erfahrungen und der erstaunlichen Erkenntnis: Unsere Jugendlichen können doch viel mehr als wir Erwachsenen und Pädagogen ihnen manchmal zutrauen!
Jahrgangsleiterin Sigrid Pfarr zieht abschließend das Resümee: „Auch in der schwierigen Zeit der Pubertät ist mit den Schülern Vieles möglich, man muss sie nur herausfordern, ihnen was zutrauen und sie machen lassen.“ Somit war diese erstmalig so organisierte Woche an der IGS ein voller Erfolg und lässt sich in Zukunft sicher noch weiterentwickeln.