Zeitlos intensive Landschaftsräume

Jürgen Marose (links) freut sich mit Galerist Hargen Depelmann über eine gelungene Vernissage am vergangenen Sonntag.Foto: Th. Schirmer

Galerie Depelmann zeigt Bilder von Jürgen Marose

Langenhagen (sch). Eine ebenso meditative wie atmosphärische Bilderwelt stellt die Langenhagener Galerie Depelmann an der Walsroder Straße 305 bis zum 28. November im Rahmen einer Einzelausstellung von Jürgen Marose vor. Der Essener Maler gehört seit 2005 zum Kreis der durch den renommierten Galeristen Hargen Depelmann protegierten Künstler. Begleitend zu der Werkschau ist im Verlag der Galerie auch ein Kunstbildband mit den Werken Maroses erschienen. Die in einer Mischtechnik auf Leinwand geschaffenen Malereien zeigen ausnahmslos Landschaften an der Grenze zur Abstraktion. Lediglich wenige Akzente setzen konkrete Bezüge, die dem Betrachter helfen, sich in die traumhaften Bildräume einzufühlen. Meist sind es schwarze Silhouetten menschlicher Figuren, die sich auf den Weg begeben, die stillen und fast mystischen Landschaften zu erkunden. Aus Farbschichten in gedeckten Tönen lässt Marose tiefe Räume entstehen, die eine leise Melancholie durchwehen. Seine Bilder scheinen inspiriert von den atmosphärischen Farbspielen in William Turners Landschaften oder Werken wie Caspar David Friedrichs berühmten „Mönch am Meer“. Marose zeigt sich somit bei aller Modernität tief in der Tradition der europäischen Landschaftsmalerei verwurzelt. Mit bemerkenswertem Mut emanzipiert er sich hingegen von aller Befangenheit im Zeitgeist und seinen künstlerischen Strömungen. Sein Motivkreis überzeugt durch die Konstanz, mit der er seine innere Bildwelt variantenreich interpretiert. Jürgen Marose will sich im Gegensatz zu vielen zeitgenössischen Künstlern nicht ständig neu erfinden, er scheint sich vielmehr gefunden zu haben und ganz in seiner eigenen Bilderwelt künstlerisch angekommen zu sein. So leben die ausgestellten Werke nicht von der Vielfalt unterschiedlicher Bildaussagen, sondern vor allem durch die subtile Modifikation, mit der Marose seinem Grundmotiv immer wieder neue Facetten abringt. Seine Bilder wirken zeitlos und wie für eine ewig gültige Wahrheit geschaffen. Wer sich in sie vertieft, findet in den flüchtigen Figuren, die das Ewige zu durchwandern scheinen, ebenso gelungene wie berührende Metaphern für das Leben. Die Galerie Depelmann ist dienstags bis freitags von 10 bis 18.30 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 16 Uhr geöffnet.