Zu Hause in der „Blauen Schule“

Die Schüler waren sehr kreativ: Aus diesen Bildern soll ein Buch entstehen. (Foto: O. Krebs)

Pestalozzischüler sind an der Leibnizstraße angekommen

Langenhagen (ok). Sie sind angekommen. Seit Anfang des Schuljahres ist die Pestalozzischule, die 2021 ausläuft, in ihrer „Blauen Schule“. Die Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen war vorher an der Konrad-Adenauer-Straße beheimatet und hat mit etwa 50 Schülern in vier Klassen ihr Domizil in den leerstehenden Containern an der Leibnizstraße bezogen, wo etwa zweieinhalb Jahre Geflüchtete gelebt haben. „Blaue Schule“, weil die Container blau sind. Die Idee für den Namen hatte die frühere Schülersprecherin Dilan, die jetzt die Schule verlassen hat. Zwar sei alles beengter, aber Lehrerin Anke Meyer ist von der familiären Atmosphäre an der Leibnizstraße begeistert. „Die Kinder sind alle höflich und nett. So ist der Kontakt untereinander sehr gut.“ Aber improvisiert werden muss auf jeden Fall; jahrgangsübergreifender Unterricht ist nach Ansicht von Lehrerin Inge Gerisch nicht so einfach möglich. So steht neben dem Mädchen-WC das Kunstmaterial; die Technik ist neben der Toilette für die Lehrkräfte untergebracht. Schulleiterin Ursula Borkowski: „Die Zahl der Lagermöglichkeiten ist für uns begrenzt.“ Kurioserweise darf die obere Etage nicht genutzt werden, weil besondere Anforderungen in Sachen Brandschutz wegen eines zweiten Treppenhauses an Schulen gestellt werden. Zu Zeiten der Flüchtlinge war das noch kein Problem. Teilweise findet der Unterricht noch an der Konrad-Adenauer-Straße statt: Sport, Physik, Werken und auch die Schülerfirma. Und alle sechs Wochen drängeln sich 28 Lehrkräfte zur Dienstbesprechung im kleinen Lehrerzimmer, weil die Pestalozzischule Stammschule für alle inklusiven Lehrkräfte in Langenhagener Schulen ist. Eine große Rolle im Schultag spielt auch Ole, ein Bearded Collie. Der Schulhund ist voll in den Schulalltag integriert, kann zum Beispiel würfeln und Karten umdrehen. Nicht so viel dabei ist zum Leidwesen Ursula Borkowskis der Hausmeister. Lediglich eineinhalb Stunden. Für Schulleiterin Ursula Borkowski eigentlich zu wenig, gerade, wenn spontan Hilfe benötigt würde.
Definitiv etwas passieren wird auf dem Schulhof, der im Moment mit seinem Parkplatzcharakter sehr trist daherkommt. Das hat Bürgermeister Mirko Heuer zugesichert. Und der Schulhof soll auch als solcher gekennzeichnet und mit Wegesperre und Poller abgesperrt werden. Denn: Zurzeit nutzen ihn noch viele Fahrradfahrer als Abkürzung.
Ganz wichtig ist Ursula Borkowski übrigens eine gute Nachbarschaft: Zum benachbarten Kleingarten-, aber auch zum Tennisverein hat sie schon Kontakt aufgenommen und die Verantwortlichen zur Besichtigung eingeladen.