Zuhörer warten auf Sitzbänken

Sabine Behrens und Bernd Buchholz laden zu Aktionen unter dem Titel "Unerhört" ein. (Foto: G. Gosewisch)

„Woche der Diakonie“ soll Mitgefühl stärken

Langenhagen (gg). Ab Montag, 3. September, beginnt die „Woche der Diakonie“ im Kirchenkreis, die im Zeichen der Kampagne „Unerhört“ stehen wird. Geworben werden soll für mehr Mitgefühl und Solidarität in der Gesellschaft. „Es gibt viele individuelle Geschichten, die ungehört oder auch unerhört sind“, erklärt Sabine Behrens, Pastorin in der Emmaus-Kirchengemeinde zum Hintergrund des Kampagnen-Titels. In Kooperation mit der Lebensberatungsstelle soll es zwei Aktionen geben, die das Zuhören regelrecht demonstrieren: Es werden Sitzbänke aufgestellt, auf denen ein Zuhörer sitzt. „Jeder, der möchte, kann sich dazu setzen und etwas erzählen“, erklärt die Pastorin. Wichtig ist dabei, dass die Zuhörer wirklich nur hören und nicht sprechen. „Es soll kein Dialog werden, es geht nicht um Trost oder Erklärungen“, sagt Sabine Behrens und denkt an viele unerhörte individuelle Gefühle, die erzählt werden können. Einsamkeit, Sehnsucht, Scham, Schuld, Ärger, Empörung, Sorgen oder Nöte – die Liste der Befindlichkeiten sei lang. "Und Tabus gibt es natürlich auch, die einmal ausgesprochen werden können", ergänzt Bernd Buchholz von der Lebensberatungsstelle. Die erste Zuhör-Aktion mit drei Sitzbänken läuft am Dienstag, 4. September, von 10 bis 11.30 auf dem Marktplatz. Zuhörer sind Bürgermeister Mirko Heuer, Pastorin Sabine Behrens und Birgit Baumann von der Lebensberatungsstelle. Die zweite Zuhör-Aktion ist am Donnerstag, 6. September, von 15 bis 17 Uhr auf dem Spielplatz an der Freiligrathstraße. Auch hier werden Zuhörer sitzen, darunter Polizei-Kontaktbeamtin Christiane Bunk sowie Vertreter der Kreissiedlungsgesellschaft und des Seniorenbeirates. Am Sonntag, 9. September, werden die sechs Zuhörer am Gottesdienst um 10 Uhr am Sonnenweg beteiligt sein.