Zusätzliche Zeichen: Fehlanzeige

Messen genau nach: Boris Ehrhardt (links) und Dennis Dolz. (Foto: O. Krebs)

Geringe Straßenbreite regelt "Im Ried" automatisch Parkverbot vor Einfahrt

Krähenwinkel (ok). Recht hat er, aber seine gewünschte Markierung auf der Fahrbahn oder gar ein Haltverbotsschild bekommt er nicht. Und darüber ist Horst Kösling (90) aus der Straße „Im Ried“ in Krähenwinkel sauer. Was ist passiert? Seit vielen Jahren liegt Kösling mit seinem Nachbarn gegenüber im Clinch, weil der regelmäßig vor seiner Einfahrt parke. Kösling besitzt zwar gar kein Auto, aber ein Taxi müsse oft auf der Einfahrt parken. Seine Frau könne die schweren Einkäufe nicht so weit schleppen. Horst Kösling hat detailliert Protokoll geführt und Fotos angefertigt. Und vor acht Jahren auch den damaligen Niedersächsischen Verkehrsminister Jörg Bode angeschrieben. Seine damalige Antwort: Zusätzliche Verkehrszeichen seien hier nicht notwendig, weil auf der Straße zwischen parkendem Fahrzeug und der anderen Fahrbahnseite weniger als drei Meter Platz seien. Fachbereichsleiter Boris Ehrhardt, im Langenhagener Rathaus auch für den so genannten ruhenden Verkehr zuständig, und sein Mitarbeiter Dennis Dolz haben nachgemessen und sind auf 2,75 Meter gekommen. Kösling, der das Fehlverhalten seines Nachbarn nicht tolerieren will, bleibt nur der Möglichkeit jeden einzelnen Verstoß zu dokumentieren und zur Anzeige zu bringen. Aber nachdem er sich ausgiebig echauffiert hatte, zeigte er auch Entgegenkommen, will den Schiedsmann einschalten. Zuvor hatte Boris Ehrhardt ihm noch ausführlich erklärt, warum es am Anfang der engen Straße in Krähenwinkel – sie wurde etwa 1960 gebaut – eine Markierung auf der Straße gebe, die das Parken verbiete. Er vermutet, dass es hier eine Ausnahmegenehmigung, damit die Feuerwehr im Falle eines Brandes mit ihren Fahrzeugen mit großem Wendekreis schnell reagieren könne.
Unerlaubtes Parken vor einer Einfahrt oder Straßeneinmündung kann nach dem bundeseinheitlichen Tatbestandskatalog für Verkehrsordnungswidrigkeiten übrigens teuer werden: 15 Euro bis zu einer Stunde ohne Behinderung, 25 Euro bei mehr als einer Stunde oder mit Behinderung; 35 Euro bei Behinderung mit mehr als einer Stunde.