Zwei Godshorner Treffs am Start

Freuen sich auf das neue Domizil fürs Rote Kreuz: DRK-Vorsitzende Nicole Blonski (links) und Ortsbürgermeisterin Ute Biehlmann-Sprung. (Foto: M. Amas Sabor)

DRK, SPD und Kirche engagieren sich generationsübergreifend im Ort

Godshorn (ok). Es gebe schon eine vielfältige Form der Kooperation der Vereine und Verbände in Godshorn, aber noch keine gemeinsame Strategie. Sie solle erst noch erarbeitet werden. So zumindest die Idee der SPD-Abteilung im Ort, die von einem Quartierstreff träumt. Sie legt für ihre Ideen jetzt ein Konzeptpapier der Kirchengemeinde "Zum Guten Hirten" vor, das in zwei Jahren gereift ist. Nur: Zumindest der DRK-Ortsverein Godshorn mit seiner neuen Vorsitzenden Nicole Blonski hat eigene Ideen und offensichtlich auch eine eigene Strategie. In der Straße Alt-Godshorn 79 - dort waren bereits ein Fußpflege-Salon, ein Sonnenstudio und auch die Post beheimatet - soll ein DRK-Treff für Jung und Alt entstehen, die Mietverträge werden jetzt unterschrieben. Nicole Blonski ist glücklich über die Räume, in der sich lange die Godshorner Poststelle und ein Sonnenstudio befanden. Blonski im Gespräch mit dem ECHO: "Die Räume in der Kita Kielenkamp, die wir aktuell nutzen dürfen, sind einfach zu klein. In den neuen Räumen stünden den Mitgliedern satte 130 Quadratmeter mit Nebenräumen zur Verfügung. Ideal für die Montags- und Donnerstagsgruppen der Senioren, aber auch für den Gedanken, ein Jugendrotkreuz in Godshorn zu gründen. Nicole Blonski macht deutlich, dass sie einer Kooperation bei Projekten offen gegenüberstehe, aber trotzdem selbstständig und unabhängig von anderen Institutionen/Vereinen bleiben möchte. Sie schließt aber nicht aus, dass auch andere Vereine und Verbände die Räume an der Straße Alt-Godshorn nutzen können. Das bietet auch die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde "Zum guten Hirten" mit ihren insgesamt 2.084 Mitgliedern - das sind 32 Prozent der Einwohner Godshorns - an, beansprucht für sich eine Schlüsselrolle im Ort. Die zivilgesellschaftlichen Prinzipien wie Selbstorientierung und Gemeinwohlorientierung seien in hohem Maße mit christichen Überzeugungen vereinbar. Mit der großen Zahl an Ehrenamtlichen und der Verfügbarkeit gemeindlicher Strukturen besitze die Kirchengemeinde beste Voraussetzungen für einen aktiven Beitrag zur Sozialraumentwicklung. Und nicht zuletzt könne sich ein starkes zivilgesellschaftliches Engagement positiv auf die Außenwahrnehmung der Kirchengemeinde auswirken und so dem Relevanzverlust von Kirche entgegenwirken. Ein Mehrgenerationenhaus soll nicht zuletzt auf den demographischen Wandel reagieren und auch Mitbürger mit Migrationshintergrund integrieren. Die SPD Godshorn steht voll hinter der Quartierstreff-Plänen der Kirche, will die vorhandenen Kräfte in einem "Godshorner Treff" bündeln. Gemeindehaus und Jugendscheune - schon seit vielen Jahren Heimat des pädagogischen Mittagstisches "Satt und Schlau" - stünden zur Verfügung. Darüber hinaus die Räume der Kita "Zum Guten Hirten" und auch mit der Kita Kielenkamp und der AWO habe es schon Gespräche gegeben. Kurzum: Dahinter stecke der Gedanke einer "Großfamilie"mit einer breiten Angebotsvielfalt sowie einer Kommunikationsstruktur, die auf Teilhabe und Augenhöhe angelegt ist. Die DRK-Vorsitzende Nicole Blonski verschließt sich nicht gegen eine Zusammenarbeit. Sie hebt aber auch hervor, dass sie für ihre Vorhaben eigene Räume braucht, die sie jederzeit ohne Absprache nutzen kann. Ortsbürgermeisterin Ute Biehlmann-Sprung, die die die Räume für den Treff entdeckt hat, freut sich fürs Deutsche Rote Kreuz und denkt, dass sich die beiden unabhängigen und neutralen Projekte in der Kommune gut ergänzen können. Etwas enttäuscht ist sie allerdings darüber, dass die Kirche sie nicht in die Pläne des Prozesses eingeweiht habe, der ja schon seit zwei Jahren läuft.