Zwei tödliche Unfälle innerhalb von 24 Stunden

Für den 24-jährigen Radfahrer kam jede Hilfe zu spät.Foto: O. Krebs
 
Betroffen (von links): Florian Windeck, Jens Mommsen, Markus Villwock, Joachim-Horst Schorlies, Lars Beringer und Mirko Heuer.Foto: O. Krebs

24-Jähriger kommt am Harzweg ums Leben/15-Jähriger stirbt an Bahngleisen

Langenhagen. Ein 24 Jahre alter Radfahrer ist am Montagmorgen an der Walsroder Straße/ Einmündung Harzweg mit einer Stadtbahn kollidiert und dabei ums Leben gekommen. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war der Radfahrer an der Walsroder Straße in Richtung Godshorner Straße unterwegs gewesen. Kurz vor der Einmündung zur Straße Harzweg fuhr der 24-Jährige links über die
ampelgeregelte Fußgängerfurt, um auf die gegenüberliegende Seite zu gelangen. Offensichtlich bemerkte er dabei die in Richtung Langenhagen herannahende Stadtbahn (Linie 1) nicht und es kam zum Zusammenstoß. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der junge Mann auf die Walsroder Straße zurückgeschleudert und lebensgefährlich verletzt. Die eingeleiteten Reanimationsmaßnahmen blieben erfolglos - der Radfahrer erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen. Der 54
Jahre alte Stadtbahnfahrer erlitt einen Schock und wurde durch einen Mitarbeiter der ÜSTRA zum Betriebsarzt gefahren. Die Walsroder Straße blieb während der Unfallaufnahme für knapp zwei Stunden in Richtung Godshorn gesperrt. Die Polizei bittet Zeugen - insbesondere Verkehrsteilnehmer, die zur Ampelschaltung (Grün-/Rotlicht) Hinweise geben können - sich mit dem Verkehrsunfalldienst Hannover unter der Telefonnummer (0511) 109-1888 in Verbindung zu setzen. Denn: Ob der Fahrradfahrer Rot oder Grün hatte, ist nicht klar. In der jüngeren Vergangenheit war es bereits zu zwei weiteren Unfällen mit Todesfolge in diesem Bereich gekommen.
Etwa 24 Stunden vorher gab es bereits einen tödlichen Unfall an der Kaltenweider S-Bahnstation; ein 15-Jähriger wollte die westliche Seite der Bahnschienen erreichen, offensichtlich, um eine haltende S-Bahn in Richtung Hannover noch zu erreichen. Dabei übersah er offensichtlich den Erixx, der in Richtung Soltau unterwegs war und durchfuhr, wurde frontal erfasst und gegen ein Trafohäuschen geschleudert. Der 16-jährige Freund des Opfers stand nach dem Unfall unter Schock. Nicht nur die Angehörigen erhielten psychologische Unterstützung, auch der Lokführer.
Vor neun Jahren war es am Bahnübergang Hainhäuser Weg zu einem tragischen Unfall gekommen; eine 13-Jährige hatte die Bahnschienen mit dem Fahrrad überquert und ist vom Zug erfasst worden. Darauf installierten Stadt und Deutsche Bahn ein weiteres Blinklicht und eine zusätzliche Schranke.
Und auch jetzt werden Rufe nach zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen laut. Eine Gruppe von Politikern, Anwohnern und engagierten Kaltenweidern hat sich deshalb am Unglücksort zum informellen Brainstorming getroffen. Und am Ende des Gespräches, das die Gruppe auch noch zum "neuralgischen Punkt" am Interkulturellen Erlebnispark führte, wurde eins deutlich. Als kurzfristige Lösung, bis eine Lärmschutzwand steht, plädierten alle für einen Zaun. Eine Idee, die Markus Villwock vom neu gegründeten Verein "Bürger für Kaltenweide" nach eigenen Angaben schon einmal im Ortsrat vorgestellt hatte. Das Problem seien hier wohl die Eigentumsverhältnisse, den die relevante Fläche gehöre der Bahn, sodass die Stadtverwaltung nicht eigenmächtig handeln könne. Vielleicht erhöht der jüngste tragische Fall ja die Entscheidungsgeschwindigkeit bei den handelnden Personen.