Mit Formular wird’s einfacher

Verfügungen müssen vertrauenswürdig und zuverlässig sein.

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Langenhagen. Im Ortsverband der Johanniter (JUH) in Langenhagen erläuterte Jurist Urban Dressel ein Thema, mit dem nahezu jeder einmal konfrontiert wird: Was gilt es rechtlich im Vorfeld zu beachten, wenn lebenswichtige Entscheidungen nicht mehr selbst getroffen und an andere übertragen werden müssen? 38 Zuhörer verfolgten mit großem Interesse seine Ausführungen – und wollten anschließend noch mehr wissen. Die Gäste in dem gut gefüllten Schulungsraum der Johanniter-Dienststelle „Am Pferdemarkt“ waren offensichtlich bereits mit dem Thema vertraut, zeigten sich jedoch wissbegierig insbesondere bei Detailfragen. Dressel ging es in seinem Vortrag vor allem um die rechtlichen Grundlagen und die Form der genannten Verfügungen, die er praxisnah und mit hilfreichen Tipps erläuterte. „Die Patientenverfügung bestimmt grundsätzlich, was nach eigenem Wunsch mit einem geschehen – oder nicht geschehen – sollte, wenn man nicht mehr selbst Entscheidungen treffen kann. Die Vorsorgevollmacht stellt hingegen klar, wer dies für einen durchsetzen soll“, verdeutlichte der Jurist. Demzufolge sei eine Patientenverfügung ohne die dazugehörige Vorsorgevollmacht noch unvollständig. Beides sollte jedoch räumlich voneinander getrennt als jeweils eigenes Dokument abgefasst werden.
Einen weiterer wichtiger Punkt bei der Abfassung solcher Verfügungen sei eine vertrauenswürdige und zuverlässige Form: „Zwar wird auch eine handschriftliche Fassung gemeinhin akzeptiert. Wenn jedoch, wie meist der Fall, sehr viele Menschen mit dem Patienten umgehen müssen, erleichtert und beschleunigt eine gedruckte, gegebenenfalls auch notariell beglaubigte und somit ‚offizielle’ Fassung den Umgang mit ihm möglicherweise erheblich“, weiß Dressel aus seiner Erfahrung zu berichten. Bei manchem Arzt oder auch Pfleger könne man sich damit unangenehme Erfahrungen gerade in psychisch belastenden Situationen sparen. Wenn es auch um den Verkauf von Immobilien gehen könnte, etwa um mit dem Verkaufserlös einen Heimplatz zu bezahlen, müsse, so führte Dressel aus, die Vorsorgevollmacht sogar notariell beurkundet sein. Der Jurist, der in Braunschweig das JUH-Projekt „Recht erleben!“ – vormals Jugendrechtshaus –betreut, ergänzte seinen Vortrag zudem mit Hinweisen auf Broschüren zu den Themen „Patientenverfügung“ und „Vorsorgevollmacht“, die Formulare zur korrekten Abfassung solcher Erklärungen beinhalten. Eine Fortsetzung der Reihe mit ähnlichem Schwerpunkt ist für nächstes Jahr im gleichen Zeitraum geplant.