Absturz durch hausgemachte Umstände

Oberliga: SCL kann Chance nicht nutzen

(rt). Den sechsten Tag des neuen Jahres werden die Fans des Oberligisten SC Langenhagen so schnell nicht vergessen. Es war das Datum, an dem der so hoffnungsvoll in der laufenden Saison agierende Fünftligist den Sturzflug antrat. Es lief das unbedeutende letzte Spiel eines Hallenturniers in Alfeld, nach dem Sevkan Bulut und Caglayan Tunc die Gewalt über ihre Wortwahl verloren und nach Schiedsrichterbeleidigungen wochenlang gesperrt wurden. Tunc als Haupttorschütze fehlte hierbei der Mannschaft von Trainer Hilger Wirtz schmerzlich. Eigene Tore wurde fortan nur noch selten erzielt. Das Punktepolster schmolz bedrohlich. Der nächste Nackenschlag folgte dann durch den neuen Fußballobmann Michael Kauke. Die sofortige Entlassung von Manager Wolfgang Lange und das Ende des Vertragsverhältnisses des Trainerteams nach Ablauf der Saison versetzten den Aktiven einen weiteren schweren Nackenschlag. Hinzu kam der latent unterbesetzte Kader, mit dem man den aufstrebenden Konkurrenten nicht mehr gewachsen war. In dem Maße wie andere Teams auftrumpften, ging es beim SCL bergab. Nach nur einem Sieg in den vergangenen neun Spielen sind die Chancen auf das Erreichen des Relegationsplatzes gen Null gesunken. Auch die turbulente Entwicklung um eben diesen angestrebten Tabellenplatz nimmt groteske Züge an. Möglich, dass Platz 8 ausreicht, um die Spiele gegen den Drittplatzierten der Oberliga Schleswig-Holstein zu erreichen. Denn auch dort ist mit Holstein Kiel II eine Mannschaft nicht aufstiegsberechtigt. Aber selbst diese Steilvorlagen können die Flughafenstädter nicht mehr nutzen. Wer die Leistung im vorigen Heimspiel gegen die Reserve von Eintracht Braunschweig erlebte, rieb sich verwundert die Augen. War dies die so frisch und forsch aufspielende Truppe des vergangenen Jahres. Nichts erinnerte mehr daran, Unmutsäußerungen wurden unter den wenigen Zuschauern laut. Doch sollte man die Kirche im Dorf lassen. Vor der Saison war das erklärte Ziel, die Klasse zu halten. Dies ist geschehen. Alles andere war eine Draufgabe, die lange Zeit die Hoffnung auf mehr nährte. Jetzt kehrt der Alltag ein, der durch die geschilderten hausgemachten Umstände beschleunigt wurde. Was hätte sein können, ist jetzt Makulatur. Nun geht es darum, die verbleibenden Spiele vernünftig über die Bühne zu bringen. Morgen in Göttingen besteht ab 15 Uhr die Möglichkeit, das Ruder noch einmal herumzureißen.