Aufholjagd auf der Bahn

Roswitha Ebel sicherte sich den Frauen-Gesamtsieg in Potsdam.

LAC-Geher erfolgreich in Potsdam

Nicht der weltberühmte Park von Sanssouci war das Ziel, als drei Geher des Leichtathletik-Clubs (LAC) Langenhagen nach Potsdam aufbrachen. Es ging zum Sportpark am Luftschiffhafen zu der offen ausgeschriebenen Berlin/Brandenburgischen Meisterschaft im Bahngehen. Bereits Anfang des Jahres hatten die Langenhagener von der Hallenmeisterschaft zwei Meistertitel nach Niedersachsen entführt, entsprechend hoch waren auch diesmal die Erwartungen. Das Wetter zeigte sich nicht gerade von seiner besten Seite, lösten sich doch freundliche Passagen regelmäßig mit Regengüssen ab. Als erste gingen die Frauen im Wettbewerb über 5.000 Meter auf die regennasse Bahn. Vom Start weg machte Roswitha Ebel in der Klasse W50 ihren Mitbewerberinnen klar, dass sie den Meistertitel mit nach Langenhagen zu nehmen beabsichtigte. Die Sache war nach 3.000 Meter klar, dann überzeugte Betreuer Hans-Peter Damitz Rosi davon, dass der Gesamtsieg in der Frauenklasse für sie doch noch ein zusätzliches lohnendes Ziel sein könnte. Allerdings waren Antje Kahr (Klasse W40) vom THW Kiel und Yvonne Markgraf (W45) von der LG Süd Berlin der Langenhagenerin schon weit enteilt. Runde um Runde verkürzte Roswitha Ebel den Abstand und ging schließlich beherzt an die Spitze. So holte sie sich in 30:40,58 Minuten nicht nur überlegen den Meistertitel in ihrer Klasse vor Brigitte Zeidler (Berlin) und Petra Gensel (Jüterbog), sondern auch den Gesamtsieg im Frauenwettbewerb vor Antje Kahr (31:06,07 Minuten) und Yvonne Markgraf (31:08,46 Minuten).
Zwei Stunden später und nach weiteren Regengüssen machte sich Juri Ivanov (Klasse M60) auf zu seinen 10.000 Metern auf der mit großen Pfützen übersäten Bahn. Sein Ziel war es, den Abstand zu Uwe Tolle aus Berlin, der aktuellen Nummer eins in dieser Klasse, zu verkürzen. Vor einigen Wochen hatten diese beiden bei der Deutschen Meisterschaft im 20 Kilometer Straßengehen in Naumburg die Plätze eins und zwei belegt. Der Langenhagener, für den die Deutsche Meisterschaft der erste Meisterschaftswettkampf gewesen ist, musste erkennen, dass der Weg an die Spitze einen langen Atem verlangt. Nach naturgemäß eintönigen 25 Runden auf der Bahn ging Uwe Tolle völlig durchnässt in 59:46,26 Minuten als Erster über die Ziellinie. Juri Ivanov folgte in 65:03,60 Minuten und nahm sich für die Zukunft ein Beispiel an seiner Vereinskollegin Roswitha Ebel, der es ja gelungen war, selbst einen deutlichen Vorsprung der Konkurrentinnen aufzuholen.
Auch der dritte Teilnehmer vom LAC Langenhagen an der Berlin/Brandenburgischen Meisterschaft, Hans-Peter Damitz (Klasse M70), hatte letztens bei der Europameisterschaft im polnischen Thorun bewiesen, dass es sogar möglich ist, seinen Dauerrivalen Heinz-Jürgen Mittmann aus Berlin selbst nach einem halben Jahrzehnt erfolgloser Versuche zu bezwingen. Mit entsprechendem Selbstbewusstsein ging er in Potsdam im 5.000 Meter Meisterschaftswettbewerb zu Werke und holte sich den Titel in 36:05,89 Minuten.