Braunschweig demontiert SC Langenhagen

Die SCL-Akteure fanden kein Rezept gegen die starken Gäste aus Braunschweig.Foto: R. Thode

Oberligist verspielt gute Ausgangsposition

(rt). Der Aufstiegskampf in der Oberliga nimmt langsam skurrile Züge an. Nachdem die ersten vier Plätze vergeben sind, rangeln mehrere Mannschaften um den Relegationsplatz, der zu zwei Aufstiegsspielen gegen den zweitplatzierten der Oberliga Schleswig-Holstein berechtigt. Doch nicht alle kommen für diesen fünften Tabellenplatz in Frage. Osnabrück II darf nicht rauf, Lüneburger SK hat am vergangenen Wochenende keine Lizenz für die nächsthöhere Klasse beantragt, Heeslingen schon, muss allerdings den eigenen finanziellen Rahmenplan nachbessern. Eine willkommene Steilvorlage für die Kicker des SC Langenhagen, um im Heimspiel gegen die Reserve von Eintracht Braunschweig fast schon für klare Verhältnisse zu sorgen. Doch es kam alles ganz anders. Nur im ersten Abschnitt träumte man vom ersehnten Dreier. Statt eines Vierpunktevorsprunges gab es am Ende ein desaströses 0:5-Debakel, was alle Beteiligten ratlos und desillusioniert zurückließ. So schnell sah man die Aktiven selten Richtung Kabine stürmen. Lediglich Sevkan Bulut hatte Redebedarf mit seinem Gegenspieler und musste vor Handgreiflichkeiten bewahrt werden. Auf dem Platz entwickelte sich anfangs eine ausgeglichen Partie in der die Gäste nach wenigen Sekunden eine Großchance vergaben. Torben Deppe per Direktabnahme, Yilmaz Dag mit einem Freistoßschlenzer und Björn Lambach mit einem strammen Distanzschuss scheiterten hingegen am starken Torhüter Benjamin Later. In der Defensive der Hausherren herrschte vor 120 Zuschauern phasenweise Großalarm. Schon beim Führungstreffer nach einer langgezogenen Ecke kam der Gästeabwehrspieler mit dem klangvollen Namen Evangelos Papaefthimiou aus Nahdistanz frei zum Kopfball. Beim zweiten Treffer wirbelten die Angreifer die Abwehr so durcheinander, dass Bulut beim Befreiungsschlag die Wade von Philipp Stucki traf, von wo aus der Ball ins Netz rollte. Zu diesem Zeitpunkt schien die Partie entschieden. Doch hätte Caglayan Tunc kurz nach dem Wiederanpfiff nach einem Alleingang direkt abgezogen statt beim Umspielen am Torhüter zu scheitern, wer weiß, wie sich die Partie entwickelt hätte. So ließen die Gäste den Ball sicher zirkulieren und trafen mühelos und ohne Gegenwehr in regelmäßigen Abständen zum verdienten Auswärtssieg. Blendet man einfach die sechs Niederlagen aus den vergangenen sieben Spielen aus, die lediglich fünf Punkte und fünf Tore in den neun Spielen seit dem Rauswurf von Manager Wolfgang Lange, die vier Niederlagen am Stück bei einem Torverhältnis von 1:15, dann ist bei dem leichten Restprogramm das Erreichen des Relegationsplatzes durchaus möglich. Doch erstens spricht der leblose Auftritt vom Sonntag dagegen. Und was heißt schon leichtes Restprogramm. Als Tabellendrittletzter der Rückrunde mit dem zweitschwächsten Angriff wird der SCL für seine Gegner vielmehr selbst zum leichten Opfer.

Tore: 0:1 (7.) Papaefthimiou, 0:2 (40.) Stucki, 0:3 (56.) Gos, 0:4 (76.) Barsalona, 0:5 (88.) Stucki
SCL: Dlugaiczyk – Dag, Bulut, Heise, Braczkowski – Lambach, Emektas, Habryka (72. Schwarz), Vorreiter (72. Rischker), Deppe - Tunc