Comeback nach kalter Dusche

Landesligist TSV KK erkämpft nach 0:3 noch einen Punkt in Ramlingen

Die Ausgangslage hat sich für den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide im Abstiegskampf
der Fußball-Landesliga verbessert. Durch einen Punkt im Auswärtsspiel beim SV
Ramlingen/Ehlershausen blieben die Krähen auf dem sicheren zwölften Platz und
bauten den Vorsprung auf Rang 13 auf drei Punkte aus. Hätte jemand dem
Team und dessen Anhängern diese Konstellation in Aussicht gestellt, als die Partie am
Ramlinger Akazienweg acht Minuten alt war – alle Rot-Blauen hätten wohl sofort
unterschrieben. Denn zu diesem Zeitpunkt sprach nicht viel für die Mannschaft vom Waldsee. Als die neue digitale Anzeigentafel am Platz in Ramlingen 37 Sekunden Spielzeit angezeigt hatte, kamen die Hausherren durch Kesip Caran zum ersten Torschuss. Und als eine Minute und 30 Sekunden vorüber waren, schoss der RSE das 1:0. Louis Engelbrecht war der Schütze. Kurz darauf erhielt die Heimmannschaft einen Elfmeter zugesprochen. KK-Keeper Andre Pigors gelang es, den Schuss zu parieren. Doch den Nachschuss beförderte Mitchell Jordan über die Linie. Und es kam noch schlimmer für die Rot-Blauen. Denn in der siebten Minute gab es einen weiteren Strafstoß für den SV Ramlingen/Ehlershausen. Johannes Lübow schoss zum 3:0 ein, und die Krähen hatten eine kalte Dusche in Reinkultur erhalten. Doch von Resignation im Krähenwinkeler Lager keine Spur. Die Spieler feuerten sich weiterhin gegenseitig an, die Fans ließen weiter ihre Gesänge ertönen. Als Marcel Kunstmann dann in der 16.Minute aus dem Hinterhalt den Pfosten traf, zeigte sich, dass die Krähen es nicht bei einem derartigen Rückstand belassen wollten. Während der RSE seinen Aktionsradius von nun an mehr und mehr zurückfuhr - Trainer Philipp Gasde sprach später davon, dass seine Mannschaft praktisch aufgehört habe – kam der TSV KK immer besser ins Spiel. Nach 38 Minuten ging ein Freistoß von Oliver Pfeuffer knapp am Tor vorbei, und bei einem strammen Schuss von Christopher Marre zeigte Ramlingens Torhüter Marcel Maluck einen ganz starken Reflex. Nein, der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide war hier keinesfalls eine um drei Tore schlechtere Mannschaft. Doch die Anfangsphase der Begegnung hatte dem RSE in die Karten gespielt.Nach dem Seitenwechsel startete der TSVKK dann die mitreißende Aufholjagd.
Nach einem Zuspiel von Renè Legien lief Marcel Kunstmann in der 55. Minute auf das Ramlinger Tor zu und überlistete seinen Namensvetter zwischen den Pfosten mit einem Heber. Nur noch 3:1 – die Krähen waren wieder im Spiel. Und sie blieben es, weil Pigors in der 69.Minute die erste und für lange Zeit letzte Ramlinger Torchance im zweiten Durchgang vereitelte. Dafür zeigte sich KK erneut treffsicher. Kunstmann reagierte geistesgegenwärtig auf einen Fehler in Ramlingens Hintermannschaft und schoss zum zweiten Mal ein. Der TSV KK hatte das Momentum auf seiner Seite, mit jeder gelungenenSzene schien das Selbstvertrauen der Spieler wieder ein Stück zu wachsen. So folgte der Lohn in der 88.Minute. Nach einem Freistoß von Renè Legien schoss Yannik Reck an die Latte – den Abpraller brachte Marcel Kunstmann zum umjubelten 3:3 im Tor unter. Damit hat der Stürmer einen lupenreinen Hattrick produziert. Mit etwas Glück hätten die Krähen am Ende sogar als Sieger vom Platz gehen können. Doch auch der RSE besaß in der Nachspielzeit noch zwei gute Möglichkeiten, die beide von Maximilian König knapp vergeben wurden. Am Ende ging das Remis wohl in Ordnung. Ein Remis, das im Lager der Krähen große Freude auslöste. Wie das Team sich aus dieser schwierigen Anfangsphase voller Wille und Leidenschaft herausgekämpft hat, das war schon sehr beeindruckend. An diesem Sonntag hat eine Mannschaft gezeigt, dass die weiß, wie Abstiegskampf funktioniert. Nicht zuletzt sollte dieses Comeback den Krähen weiteres Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben injiziert haben. Am nächsten Sonntag, den 19.Mai kommt es um 15 Uhr in Krähenwinkel zu einem Duell gegen einen direkten Konkurrenten. Der
TSV Krähenwinkel/Kaltenweide empfängt den Tabellenvierzehnten MTV Almstedt.
Sollten die Krähen gewinnen und der auf Platz 13 rangierende SV Iraklis Hellas
Hannover gleichzeitig bei der TSV Burgdorf verlieren, hätte KK zwei Spieltage vor
Saisonende sieben Punkte Vorsprung auf den MTV und sechs auf Iraklis Hellas, zudem
das um Längen bessere Torverhältnis. Gut möglich, dass am Waldsee am nächsten Sonntag gefeiert werden darf.

Mannschaft: Pigors, Heider, Pfeuffer, Tegtmeyer, Marre, Tasche (ab 46. Schütz/ab 50. Müller), Heineking (ab 46.Reck), Hübner, Legien, Böttcher, Kunstmann Trainer:
Krajewski
Tore: 2.1:0 Louis Engelbrecht, 5.2:0 FE Mitchell Jordan, 7.3:0 FE Johannes Lübow,
55.3:1 Marcel Kunstmann, 77.3:2 Marcel Kunstmann, 88.3:3 Marcel Kunstmann