Der Gang an die Weltspitze

Roswitha Ebel (rechts) zeigte sich in Topform.

Vier Medaillen für LAC-Athletin Roswitha Ebel bei EM

Der sportliche Weg von Roswitha Ebel vom LAC Langenhagen zeigt steil nach oben. Die bei Juri Ivanov trainierende Leichtathletin legte bereits Anfang des Jahres mächtig los. Im Januar holte sie sich sozusagen zum Warmgehen den Titel einer Berlin/Brandenburgischen Meisterin im 3.000-Meter-Hallengehen. Es folgte in ihrer Klasse W 50 in Erfurt im Februar der Deutsche Meistertitel in derselben Sportdisziplin. Im März konnte eine Steigerung nur noch bei der Europameisterschaft der Master im polnischen Torun kommen. Und dort ging sie dann auch gleich entsprechend selbstbewusst ins erste ihrer drei geplanten Rennen. Wieder war dies das 3.000-Meter-Hallengehen. Die beiden favorisierten Spanierinnen Frontons und Guardiola setzten sich erwartungsgemäß an die Spitze und zeigten über 15 Runden in der nagelneuen Arena ihr ganzes Können. Den beiden versuchte die Portugiesin Mendes zu folgen. An diese hing sich Roswitha Ebel mutig ran. Plötzlich ging es um eine EM-Medaille. Das war auch der Portugiesin bewusst, weshalb diese versuchte wegzukommen. Aber nur Rosi konnte mithalten und dann sogar ihrerseits angreifen. Die Langenhagenerin hatte am Ende das bessere Stehvermögen und holte sich in 18:20,14 Minuten die Bronzemedaille. Überglücklich nahm sie die erste internationale Einzelmedaille ihrer Sportkarriere entgegen.
Bei den beiden weiteren Wettbewerben gab es für die Leichtathletin des LAC Langenhagen neben den Einzelwertungen auch Medaillen für die Teams zu gewinnen. Nach nur einem Ruhetag stand also Roswitha Ebel schon wieder am Start und zwar diesmal beim Fünf-Kilometer-Crosslauf. Die Waldstrecke war mit ihren kurzen Anstiegen und tiefen Sandpassagen anspruchsvoll, wie es sich für eine Europameisterschaft gehört. In der Klasse W 50 lieferte das deutsche Trio mit den Plätzen sieben, neun und elf (Roswitha Ebel in 21:52,3 Minuten) eine geschlossene Mannschaftsleistung ab und gewann Silber hinter Gastgeber Polen.
Am nächsten Tag beim Fünf-Kilometer-Straßengehen nun nach Gold zu greifen, davon konnte Roswitha einen Tag lang träumen. Das Gastgeberland Polen hatte jedoch in der Klasse W 35 eine ganz starke Mannschaft zur Verfügung, die sich die Goldmedaille sicherte. Direkt dahinter aber platzierte sich das deutsche Trio mit Yvonne Bonneß, Yvonne Markgraf und Roswitha Ebel auf dem Silberrang. In der Einzelwertung wurden die Teammitglieder in ihren angestammten Klassen gewertet. So kam es für Roswitha Ebel in W 50 zu einer Neuauflage des 3.000-Meter-Wettbewerbs. Hinter den beiden Spanierinnen lieferten sich wieder die Portugiesin und die Langenhagenerin einen harten Kampf um die Bronzemedaille. Und auch diesmal ging Roswitha Ebel als Siegerin daraus hervor. Mit 30:36,6 Minuten lag sie am Ende etwa 90 beziehungsweise 45 Sekunden hinter den großen Spanierinnen. Und schon war für die Langenhagenerin das nächste und größte zu setzende Ziel geboren: der Gang an die Weltspitze in ihrer Klasse. Aber erst einmal brachte sie von der Europameisterschaft stolz zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen mit nach Hause.

Bei der EM in Torun war noch ein zweiter Sportler des LAC Langenhagen am Start. Hans-Peter Damitz hatte sich in seiner Klasse M 70 das gleiche Wettbewerbsprogramm wie seine Vereinskollegin vorgenommen. Und gleich bei seinem ersten Start, dem 3.000-Meter- Bahngehen, holte er sich zwar keine Medaille, aber sein erhofftes Erfolgserlebnis. Im 15 Mann starken Teilnehmerfeld konnte er in 20:19:09 (nahe seiner Saisonbestzeit) Platz 7 erkämpfen und dabei zum ersten Mal seit einer Reihe von Jahren vor seinem Dauerrivalen Heinz-Jürgen Mittmann aus Berlin ins Ziel kommen. In den beiden weiteren Wettbewerben träumte „der Graue Wolf“ davon, noch einmal eine internationale Mannschaftsmedaille zu erringen. Dieser Traum erfüllte sich für ihn jedoch nicht. Im ca. 5km Crosslauf fiel ein Teammitglied verletzungsbedingt aus. So gab es kein deutsches Team und Hans-Peter musste sich mit seiner guten Zeit von 26:24,8 mit Platz 12 unter den 20 Teilnehmern begnügen. Nachdem beim Crosslauf im Ziel ein deut
scher Teilnehmer zu wenig war, gab es für den Langenhagener beim Bemühen, beim 5km Straßengehen unter die schnellsten 3 deutschen Teilnehmer zu kommen, einen Geher zu viel. Zwar hatte Hans-Peter Damitz Dauerrivalen Mittmann hinter sich lassen können, aber nicht Erich Sturz aus Augsburg, der nur zu diesem Wettbewerb antrat. So schloss der Langenhagener seine Europameisterschaft nach den Plätzen sieben und zwölf nun mit Platz zehn in der Einzelwertung und einer Zeit von 35:12,6 Minuten ab und freute sich, sich in der Heimat seiner Vorfahren erfolgreich mit den besten Master der europäischen Leichtathletik gemessen zu haben.