Der TSV KK verlor erhobenen Hauptes

Großer Kampf gegen den Top-Favoriten – doch der Ball ging nicht rein

Als die erste Halbzeit im Punktspiel der Fußball-Landesliga zwischen dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide und dem TuS Sulingen lief, da werden sich viele Besucher auf den gut gefüllten Rängen gefragt haben, welche Mannschaft denn der Meisterschaftsfavorit Nummer eins sei und welches Team auf einem Abstiegsplatz rangiere.  Denn es war beileibe nicht der TuS Sulingen, der diese Begegnung in der ersten Halbzeit  dominierte. Der TuS war mit großen Vorschusslorbeeren an den Waldsee gereist. Die Mannschaft aus dem Kreis Diepholz, die in der letzten Saison noch der Oberliga angehört hatte, ging in allen vorigen Pflichtspielen als Sieger vom Platz. Sowohl im Pokal als auch in der Landesliga hatte Sulingen alle Partien mit stets mindestens drei eigenen erzielten Treffern für sich entschieden und die Ambitionen auf eine schnelle Rückkehr in die Oberliga eindrucksvoll untermauert. Doch in Krähenwinkel traf der TuS auf einen Gegner, der ihm alles abverlangte. Die Krähen bestachen durch unermüdlichen Kampf und eine starke spielerische Leistung. Es gelang ihnen, den TuS stets vom eigenen Strafraum fernzuhalten. Stattdessen waren es die Gastgeber, die dem Spiel den Stempel aufdrückten. Das Geschehen spielte sich im wesentlichen in der gegnerischen Hälfte ab. Allein – die Tore fehlten. Felipe-Marcel Böttcher besaß schon in der zweiten Minute die erste Großchance und schoss knapp vorbei, später brachte auch Renè Legien den Ball nicht über die Linie. So sollte später vielfach darüber sinniert werden, wie das Spiel wohl verlaufen wäre, wenn der TSV KK in Führung gegangen wäre.
Das Glück, das der Ball bei der ersten TuS-Chance in der 19.Minute den Pfosten touchierte, hatten sich die Rot-Blauen zu diesem Zeitpunkt bereits verdient. Doch dann traf der TuS Sulingen.  In der 37. Minute war das Team von der Sule im Krähenwinkeler Gefahrenbereich vorstellig geworden. Sulingens Maximilian Meyer zog von der rechten Seite aus recht großer Distanz einfach ab – und der Ball landete im oberen Torwinkel. Bei der Bewertung dieses Treffers gab es durchaus unterschiedliche Betrachtungsweisen. Während im Sulinger Umfeld von einem „Sahnetor“ die Rede war, bezeichnete KK-Trainer Ralf Przyklenk das 1:0 als „Sonntagsschuss“. Seine Mannschaft hatte so viel investiert, hatte so stark agiert und musste nun doch mit einem Rückstand in die Kabine gehen.
Nach dem Seitenwechsel investierte der TuS Sulingen etwas mehr, die Krähen hielten
jedoch weiterhin sehr gut dagegen. Tore gab es zunächst keine. Während Böttchers
Linksschuss aus spitzem Winkel knapp am Kasten vorbeiging und auch Renè Legien
und Philipp Schmidt ihre Gelegenheiten nicht nutzen konnten, köpfte Sulingens Atsushi
Waki den Ball über die Latte oder die Angriffsbemühungen des Favoriten um Torjäger Mehmet Koc, der zuvor in jedem Pflichtspiel dieser Saison getroffen hatte, endeten in der aufmerksamen Krähenwinkeler Abwehrreihe.
Die 82. Minute brachte dann eine einschneidende Szene mit sich. Sebastian Helms konnte den auf das Krähentor zulaufenden Salam Garaf nur durch ein Foul stoppen. Der gute Schiedsrichter Björn Behrens zeigte Krähenwinkels Außenverteidiger für diese Notbremse die rote Karte. Der TSV KK war nun in Unterzahl und sah sich zudem einem gefährlichen Freistoß gegenüber. War nun alles verloren? Nein, denn Keeper Jan Helms fischte den Ball, den Christian Hegerfeld geschickt um die Mauer geschossen hatte, mit einer Glanzparade aus dem oberen Toreck. Die Krähen blieben im Spiel – und mussten kurz darauf dann doch das 0:2 hinnehmen. Eine Flanke von Sulingens Ramien Safi lenkte Nils Tegtmeyer unglücklich ins eigene Tor. Doch das Team gab sich nicht auf. Unter den Anfeuerungsrufen der Anhänger setzte Przyklenk noch  einmal alles auf eine Karte und brachte mit Mohamed Akrout und Yannic Reck zwei weitere Stürmer in die Partie. Und wäre der Ball danach nach einem langen Einwurf von Philipp Schmidt von einem Sulinger Abwehrbein nicht an den Pfosten geprallt, sondern im Netz gelandet, vielleicht wäre noch etwas möglich gewesen. So blieb es bei der 0:2-Niederlage. Eine Niederlage, aus der der TSV Krähenwinkel/Kaltenweide jedoch erhobenen Hauptes hervorgehen kann. Gelingt es dem Team, diese Leistung, wie sie vor allem in der ersten Halbzeit gezeigt wurde, auch in den nächsten Partien abzurufen, so ist es nur eine Frage der Zeit bis zum ersten Saisonsieg. Am nächsten Sonntag, 2. September, geht es zum noch punktlosen SVBE Steimbke. Der Anpfiff erfolgt zu ungewohnter Zeit um 17 Uhr.

Mannschaft: J. Helms, Bart, Tegtmeyer (ab 85.Reck), Schorler, S. Helms, Legien, Marre, Schmidt, Trollmann (ab 65.Pfeuffer), Böttcher (ab 85.Akrout), Kunstmann Trainer: Przyklenk
Tore: 37.0:1 Maximilian Meyer, 82.0:2 Eigentor Nils Tegtmeyer