Derby-Punkte bleiben am Silbersee

Sparta macht mit 2:1 Boden im Abstiegskampf gut

Als Seran Gündüz für die Gäste in der 90. Minute den Anschlusstreffer markierte und der souveräne Unparteiische Thomas Stückrath vom SV Frielingen danach am Mittelkreis eine vierminütige Nachspielzeit ankündigte, kam nicht nur bei Spartas bis dahin ganz entspanntem Coach Bernd Burgmüller leichtes Unbehagen hoch. „Die Jungs haben es zuvor versäumt das Fußballspiel für uns zu entscheiden und jetzt kann es nochmals eng werden“, vermutete an der Seitenlinie auch Mittelfeld-Akteur Stanislaus Vetter, der den Schwarz-Gelben nach einer Kreuzband-OP im Januar für den restlichen Saisonverlauf fehlen wird. Nun, die Befürchtungen sollten sich nicht bewahrheiten und die Platzherren überstanden ziemlich locker auch die Zusatzminuten, was angesichts der zuvor gebotenen Leistungen durchaus als gerecht angesehen werden konnte. Mit nunmehr sechs Zählern aus den ersten beiden Rückrundenbegegnungen haben sich die Spartaner mittlerweile auf den zwölften Tabellenplatz verbessert und den Abstand zum Ortsrivalen als Zehnten auf zwei Punkte reduziert. Da allerdings die Ausschreibung unter Umständen Relegationsspiele für den Drittletzten vorsieht, muss die Elf vom Silbersee sicherlich noch einige Punkte einfahren um in der Kreisliga zu verbleiben.
Wenn man dabei so entschlossen und zielstrebig zu Werke geht wie am vergangenen Sonntag in der Partie gegen den MTV darf die Burgmüller-Truppe diesem Vorhaben mit einiger Zuversicht entgegensehen. Gerade einmal vier Minuten waren vergangen, als Dennis Schweer seinem Bewacher mit schnellem Antritt entwischte und das Leder an den Pfosten setzte. Den Abpraller verwandelte Lukas Lichtenstein reaktionsschnell zur frühen 1:0-Führung, was dem Selbstbewusstsein der Hausherren merklich gut tat. Die beiden Youngster Niklas Neumann und Marcel Gräger hatten ihre Gegenspieler jederzeit im Griff und der reaktivierte Daniel Klassen imponierte nicht nur durch hohes Laufpensum, sondern gleichfalls mit gefährlichen Vorstößen. Eine dieser Aktionen hätte in der 27. Minute eigentlich zum 2:0 führen müssen, doch MTV-Keeper Sebastian Schwerendt verkürzte geschickt den Winkel ebenso wie kurz zuvor bei einer guten Chance für Levent Sönmez. Der Dominanz der Platzherren hatten die Gäste im ersten Abschnitt nur wenig entgegenzusetzen, was bis zum Seitenwechsel durch ein Chancen-Plus von 5:1 dokumentiert wurde.
Die Liste der vergebenen großen Möglichkeiten verlängerte Lukas Lichtenstein in der 47. Minute, als er das Spielgerät aus acht Metern über den Querbalken donnerte. Nur gut, dass Daniel Klassen zwei Minuten später die Übersicht behielt und eine weite Hereingabe von Dennis Schweer gefühlvoll vorbei am verdutzten Torhüter zum 2:0 in die Maschen lenkte. Eigentlich sollte damit eine Vorentscheidung gefallen sein, zumal die Elf des Trainer-Tandems Florian Meybohm/Marcus Bohne bis dahin wenig Initiative gezeigt hatte. Eine unüberlegte Aktion von Spartas Oldie Levent Sönmez, der kurz nach einer Gelben Karte wegen einer Unsportlichkeit („Effenberg-Finger“) die Ampelkarte erhielt (53.Minute), ließ den MTV jedoch nochmals Hoffnung auf eine Wende schöpfen. Mit einem Doppelwechsel und der Hereinnahme von Mirko Blech, Torschütze im Hinspiel, sowie Seran Gündüz ab der 67.Minute setzte man verstärkt auf Offensive. Trotz Unterzahl kam Spartas Gehäuse nur selten in ernsthafte Gefahr und in wenigen brenzligen Situationen zeigte sich Bernd Winkler gegen seinen ehemaligen Verein stets auf Ballhöhe und fangsicher. In der Schlussphase beruhigte der souveräne Schiri aufkommende Emotionen dieses ansonsten fairen Derbys mit je einer Gelben Karte für Dennis Schweer und Arne Sohnemann.
Beim Tabellenführer, der Reserve TuS Garbsens, steht den Spartanern am Sonntag um 15 Uhr am Kochlandsweg eine besonders schwere Aufgabe bevor. Bereits im Hinspiel gab es gegen diesen Angstgeber eine 2:4-Niederlage und alles andere als ein erneuter Erfolg des Spitzenreiters käme einer Sensation gleich.
Sparta: Bernd Winkler; Sven Hoffmann, André Lange, Niklas Neumann (86. Minute Sedat Ekinci), Bilel Khlifi, Marcel Gräger Daniel Klassen, Lukas Lichtenstein (60. Minute Arda Evrem), Dennis Schweer, Daniel Hupp, Levent Sönmez.
MTV: Sebastian Schwerendt; Tomasz Skibinski, Murat Alin, Marc Glenewinkel, Maron Schlemon (67. Minute Mirko Blech), Tarkan Acur, Daniel Heyne, Arne Sohnemann, Pierre Gawronski, Rene Schlemon (67. Minute Seran Gündüz), Luke Zimmermann ( 46. Minute Jan Stapelfeldt).