Derbysieg geht an TSV Goshorn

Luftkampf im Godshorner Strafraum: Mehr als ein Treffer gelang den Krähen jedoch nicht.Foto: O. Krebs

3:1 beim TSV Krähenwinkel/Kaltenweide war letztendlich verdient

Der große Sieger des 18.Spieltags in der Fußball-Bezirksliga 2 war gar nicht im Einsatz. Das Spiel von Spitzenreiter Mühlenberger SV wurde witterungsbedingt abgesagt. So konnte der MSV verfolgen, wie der Tabellenzweite, der Dritte und der Vierte allesamt Heimniederlagen erlitten – keine Frage,
es war ein Spieltag ganz nach dem Geschmack des Teams aus Hannovers Stadtteil.
Aber auch am anderen Ende der Tabelle kam am Wochenende Freude auf. Vor allem beim TSV Godshorn, der sich mit einem Sieg im Derby beim TSV Krähenwinkel/Kaltenweide ein wenig Luft im Abstiegskampf verschaffen konnte.
Für die Krähen indes gab es nach Wochen des Erfolgs einen Dämpfer. Die Mannschaft von Trainer Bastian Schülke hatte trotz des nahezu unfassbaren Verletzungspechs – jüngst verdrehte sich Lennart Kiehn auch noch das Knie - aus den vorangegangenen zehn Partien beachtliche 28 Punkte geholt.
Dass es irgendwann mal einen Rückschlag geben würde, ist sicherlich nicht unnormal. Rund 300 Zuschauer hatten sich zum stadtinternen Duell eingefunden, dessen Protagonisten sich näher sind, als es der derzeitige Tabellenstand aussagt. KK auf Platz zwei, Godshorn auf 14 – so stellt sich die Lage dar, doch spielerisch ist das Leistungsvermögen sicherlich nicht weit voneinander
entfernt. Ein Teil des Godshorner Anhangs hatte vor dem Spiel seinen großen Auftritt, als man es sich nicht nehmen ließ, mit zwei luxuriösen Stretch-Limousinen am Waldsee vorzufahren. Die Fans der Rot-Blauen konterten optisch mit Schwenkfahnen und Bannern. Akustisch ging das Gesangsduell der beiden Fan-Lager an den TSV KK. Auf dem Platz war es jedoch der TSV Godshorn, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Schon in
der achten Minute gingen die Gäste in Führung. Nach einem Freistoß von Michel Rodriguez erzielte Jasper Fuerst das 0:1. Es entwickelte sich ein Spiel, bei dem die Godshorner zunächst darauf bedacht waren, den Vorsprung beizubehalten. Die Krähen fanden dagegen überhaupt nicht ins Spiel. All das,
was die Mannschaft in den vorigen Spielen ausgezeichnet hatte – gelungene Kombinationen, zielgenaue Pässe über große Distanz, starke Standards und viele Abschlüsse - war diesmal kaum vorhanden. Zudem rannten sich die Waldsee-Kicker immer wieder in der Godshorner Defensive fest. So gab es erst nach 35 Minuten die nächste Torgelegenheit. Ein harter Schuss von Godshorns Renè
Buschmann ging am Tor vorbei. Erst kurz vor der Halbzeitpause gab es durch Marc Ulrich den ersten Krähenwinkeler Torschuss.
Doch kurz nach dem Seitenwechsel keimte neue Hoffnung beim TSV KK auf. Marc Ulrich kam im Strafraum zu Fall, und der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt. Die Entscheidung wurde von Zuschauern aus beiden Lagern angezweifelt, doch muss man dem Unparteiischen zugute halten, dass er zum Zeitpunkt dieser Szene zu ungünstig positioniert war, um sie in ihrer Gesamtheit verfolgen zu können. Marc Ulrich ließ sich die Gelegenheit jedenfalls nicht entgehen, und es stand 1:1. Das Tor
brachte den Krähen zunächst jedoch nicht den gewünschten Effekt. Vielmehr war Godshorn darauf bedacht, schnell wieder in Führung zu gehen. Es gelang Michel Rodriguez nach einem Alleingang in der 65. Minute. Die Krähen wurden erst in den letzten zwanzig Minuten stärker. Lauri Schwitallas Tor aus einer Abseitsposition sowie sein Pfostenschuss kurz danach zeigten, dass KK jetzt da war.
Doch dann traf Michel Rodriguez zum 1:3, und die Vorentscheidung war gefallen.
Letztendlich war es ein verdienter Sieg der Godshorner, die alles in allem bissiger, galliger waren. Beim TSV Krähenwinkel/Kaltenweide gelang es dagegen nie, den Schlüssel in dieses Bezirksliga-Derby zu finden. Einige Zuschauer hatten eine Blockade in den Köpfen registriert. Doch nach Wochen des Erfolgs hatten alle Anhänger der Rot-Blauen Verständnis für diesen Dämpfer des so arg gebeutelten Teams.
Ein Spieltag steht in diesem Jahr noch aus. Der TSV KK tritt dabei am kommenden Sonntag, 7. Dezember, um 14 Uhr bei Niedersachsen Döhren an. Döhren ist für die Krähen in den vergangenen Jahren der Angstgegner schlechthin gewesen, braucht die Unterstützung seiner Fans vor Ort, um endlich die schwarze Serie gegen Döhren zu brechen. Der TSV Godshorn trifft bereits am Sonnabend, 6. Dezember, um 14 Uhr zu Hause auf Fortuna/Sachsenross.
TSV KK: J. Helms, A. Ulrich, Heider, Oliveira, Schwitalla, Costa (ab 77.Bart), Tegtmeyer, Schütz, Linnemann (ab 46.Mücke), W. Schmidt, M. Ulrich Trainer: Schülke;
TSV Godshorn: Lenk, Grieger, M.Linnenbrink, Weiß, Ja.Guerrero-Diz (ab 44.Bartel), Simon (ab 85.Demir), Fuerst, Buschmann, Rodriguez (ab 85.Akyol), Jo. Guerrero-Diz, Grabosch Trainer: G. Schustereit
Tore: 8. 0:1 Jasper Fuerst, 52. 1:1 Foulelfmeter Marc Ulrich, 65. 1:2 Michel Rodriguez, 83.1:3 Michel Rodriguez