Die berühmten Zentimeter

2:4: Zwei Tore von Sükrü Temin reichen Sparta nicht

So etwas nennt man wohl eine optimale Vorbereitung: Spartas Klubwirt Volker Krause hatte die neuformierte Truppe von Trainer Bornträger im Vorfeld des zweiten Saison-Heimspiels zu einem Sportler-Imbiss eingeladen. Gleichzeitig wurde diese Gelegenheit genutzt, um die Vorkommnisse rund um das Pokalspiel während der vergangenen Woche in Uetze aufzuarbeiten, das bekanntlich mit einer 0:5-Niederlage und einer Flut von gelb-roten Karten endete!
Unter den zahlreich erschienenen Zuschauern befand sich diesmal daher ein Offizieller des Kreisspiel-Ausschusses, der nach dem Abpfiff von einem „normalen Fußballspiel“ sprach und das Fingerspitzengefühl des Unparteiischen Edwin Sylla vom SV Gehrden lobte. Einen Wermutstropfen gab es allerdings erneut, denn der Platzverweis von Yilmaz Temin kurz vor Schluss wegen Ellenbogeneinsatzes im Zweikampf passte eigentlich nicht in das Gesamtbild dieser fairen Partie.
Christoph Sommer war es zu verdanken, dass die Schwarz-Gelben nicht schon frühzeitig in Rückstand gerieten. Seine spektakuläre Rettungstat (9. Minute) gegen Kolenfelds Benjamin Hartmann untermauerte diese Feststellung nachhaltig. Ihre Höhepunkte hatte die Begegnung zweifellos Mitte der ersten Halbzeit. Zweimal netzte der brandgefährliche Hartmann (20. und 25. Minute) ein und auch Spartas Sükrü Temin zeichnete sich in der 22. und 32. Minute als Doppeltorschütze aus. Das Remis zur Halbzeit entsprach durchaus dem Spielverlauf und erhielt die Hoffnungen auf den ersten Heimdreier, zumal der TSV seinen Torjäger nach einer Knieverletzung in der Kabine lassen musste.
Die Drangperiode der Spartaner nach Wiederbeginn war geprägt von mehreren hochkarätigen Torchancen, so scheiterte der auffällige Arda Evrem am Lattenkreuz und auch Alexander Steinpreis sowie Selami Karagülle fehlten nur die berühmten Zentimeter.
Man schrieb die 65. Minute in dieser bis dahin kurzweiligen Begegnung zweier gleichwertiger Mannschaften, als dem Spielgerät die Luft ausging und ersetzt werden musste. Dieses Ereignis schien so etwas wie Symbolcharakter für den weiteren Verlauf zu haben, denn zeitgleich ging auch der Bornträger-Truppe zusehends die Puste aus. Nur leider konnte Spartas Coach nicht so einfach seine komplette Truppe austauschen, was angesichts des Leistungseinbruchs während der letzten halben Stunde wohl eine gute Lösung gewesen wäre. Sozusagen im Minutentakt kreuzten die Kolenfelder
nun vor Spartas bedauernswertem Keeper Christoph Sommer auf, der bei den Gegentoren von Daniel Feldmann (67. Minute) sowie Florian Arend (77. Minute) absolut chancenlos war. Weitere hochkarätige Chancen ließen die Gäste wohl auch im Gefühl des sicheren Sieges großzügig aus.
Bleibt nur zu hoffen, dass die Elf vom Silbersee ihre Kräfte in der am Sonntag anstehenden Partie beim MTV Mellendorf besser einteilt. Die als Aufstiegsfavoriten gehandelten Wedemärker hinken mit bisher einem Punkt ihren Ansprüchen deutlich hinterher.


Aufstellung: Christoph Sommer; Korkmaz Gürek, Christian Recht (23. Min. Benjamin Benhenni), Selami Karagülle (80. Minute Dietmar Modjesch), Ergün Gürek (73. Minute Tayfun Samast), Murat Temin, Yilmaz Temin, Ali Gürek, Alexander Steinpreis, Sükrü Temin, Arda Evrem.